Blog Page

2011 – der Rückblick

Kaum hat man sich versehen, ist das Jahr auch schon wieder rum. Was blieb denn so in Erinnerung? Was möchte man schnellstens vergessen? Mein ganz persönlicher Rückblick.

Die ersten drei Monate brachten mir die wahre Erkennnis – mal abgesehen von ein paar politischen (die sich mittlerweile allerdings schon wieder überholt hat) und natürlich auch geschlechterbezogenen Feststellungen. Denn zusammengefasst kann ich behaupten, dass drei Monate Urlaub in der Theorie der Himmel auf Erden sein kann, wenn man sie allerdings mehr spontan und eher unvorbereitet angeht, sind sie sehr kurz und außer Seele-baumeln-lassen hat man anschließend nichts auf der Habenseite.

Na gut, Ägypten und die Türkei waren coole Urlaube, aber dazu braucht man ja nur maximal einen Monat Urlaub, nicht drei. Und wenn Probleme mit dem Finanzamt hinzukommen, hat man dann auch nicht uneingeschränkt Spaß.

Offenbar haben mich diese drei Monate innere Einkehr zur Reflexion über Spiritualität und Religion gebracht. Einmal mehr. Von daher hat sich die freie Zeit sogar im April noch bezahlt gemacht.

Allerdings war danach mein geistiger Höhenflug schon wieder beendet. Klar, so ein Langzeiturlaub hält halt auch nicht lange vor. Bei den typischen Zwei-Wochen-Freizeiten ist man am ersten Arbeitstag ja auch nach etwa drei Stunden schon wieder urlaubsreif. Jeder weiß das. Deshalb hatte ich dann auch im Juni nur noch mit den Niederungen der menschlichen Natur zu kämpfen.

Aber in spiritueller Hinsicht war das Jahr für mich wirklich ein sehr wichtiges und erkenntnisreiches.

Mein Zuhause habe ich im Sommer auch gefunden. Nicht nur das geistig-spirituelle, auch das meines Blutes und mein emotionales.

Der Herbst war wie immer sehr schnelllebig, mit wenig Zeit zur literarischen Manifestation meiner Seele – wenn man diesen Blog so nennen darf. 😉

Aber die kleine Geschichte um das Transportunternehmen Hermes behalte ich zumindest mit einem kleinen Grinsen in Erinnerung.

Was nun folgt ist der Winter. Kalendarisch haben wir ihn ja schon seit ein paar Tagen, meteorologische lässt er noch auf sich warten. Temperaturen so um die 10 Grad sind ein Winter nach meinem Geschmack. Noch sechs Wochen weiter so, dann haben wir es geschafft. Ich hasse halt Schnee!

In diesem Sinne, guten Rutsch! 😉

Die Party beginnt!

Ich weiß, ich weiß, ich habe die Fortsetzung des Hermes-Drama vermissen lassen. Aber dazu hatte ich einen guten Grund. Es war November. Ihr wisst schon. 😉

Zudem gab es wirklich nichts Positives zu berichten über den Abschluss dieses Transports zwischen den Welten. Wirklich nicht. Hermes hat am Montag nämlich tatsächlich nicht geliefert. Am Dienstag dann. Wir wussten inzwischen auch was „ocr“ bedeutet. Sowas wie Empfängerwechsel. Also statt an mich in Neustadt ging die Sendung an mich in Neustadt.

Ich weiß.

Hermes versteht das aber.

Die Krönung war jedoch die Antwort auf mein Schreiben. Sie entschuldigten sich für die späte Lieferung mit einem kleinen Geschenk: Einem Gutschein über ein Päckchentransport deutschlandweit.

Mit Hermes!?

Ja, die witzigsten Pointen schreibt eben das Leben. :-)

Aber ich war beim November. Eigentlich ja der „Mese non grata“, den ich einfach so still schweigend an mir vorüber ziehen lassen wollte. Aber es ereigneten sich in diesem Monat auch mal ganz schöne Dinge. Musikalische. Am 23. November nämlich saß ich mit Produzent Tommy Newton in der „Area 51″, einem Studio in Wathlingen, und durfte für das neue „UFO“-Album „Seven Deadly“, das am 24. Februar 2012 erscheint, bei ein paar Songs die zweite Stimme singen. Auf das Ergebnis bin ich natürlich mächtig gespannt.

Aber auch „Carlini“, die Band, soll es wieder geben. Nachdem Steven und ich jetzt schon zwei kurze Gigs gespielt haben, wird es nun wieder eine Fünf-Mann-Band. Näheres erfahrt ihr natürlich unter der Website und hier bei Facebook.

Und auch „Sugarplumfairy“ wird ab sofort ein paar neue Nummern ins Programm aufnehmen für die 2012er Konzerte, außerdem erscheint im Januar die neue Mp3-Collection „Locked up in chains“, auf der alle 50 bisher eingespielten Songs gesammelt wurden. News gibt es auch unter der Website und bei Facebook.

Mein Engagement für „Rock City“ habe ich jedoch in diesem Monat eingestellt. Alles kann man eben nicht machen. Es gibt halt eine ganze Menge Projekte und Vorhaben für 2012. Aber ich bin ja noch jung, habe den Kopf voller Ideen und irgendetwas treibt mich offensichtlich immer noch an. Wäre interessant zu erfahren, wie es wäre, keine Pläne mehr zu haben.

Nein, will ich gar nicht wissen. Ihr wahrscheinlich auch nicht. 😉

Zumindest ist der November jetzt fast geschafft und es stehen uns elf Monate der Glückseligkeit , des Vergnügens und der lustvollen Party ins Haus. Und nächstes Jahr ziehen wir durch bis zum 21. Dezember. Versprochen! :-)

Transporte im Hier und Dort

Manchmal wird eine stressige Phase in einem Menschenleben durch Highlights – hier negative – noch zusätzlich unangenehm. Einer dieser speziellen Momente ereignete sich wieder in dieser Woche. Da muss dann halt auch mal Zeit sein, eine Mail zu schreiben. Um auf solche Umstände hinzuweisen.

Deshalb hier jetzt meine Mail von Freitag Abend an Hermes. Das Schicksal wollte es so, dass ich mit eben diesem Transportunternehmen ein Paket erhalten soll.

Liebes Hermes-Team,

ich weiß nicht, wie Sie es mit der Kundenzufriedenheit oder -meinungen so handhaben, aber ich versuche Ihnen einfach mal ein Feedback zu der o.g. Sendung zu geben.

Am Montag wurde in Essen ein Paket für meine Frau und mich aufgegeben. Das wurde in Ihrer Sendungsverfolgung auch etwas später so hinterlegt. Offenbar war die Weiterleitung an eine unbenannte Stelle am Tag darauf genug der Aufregung für meine Sendung. Denn seither sehen und hören wir nichts mehr. Weder von Ihnen persönlich noch im Ihrem Sendungstracking (s. Anlage – von heute Abend!).

Am Mittwoch fragten wir schon das erste Mal nach, da konnte man noch nichts sagen, da im Computer noch nichts hinterlegt war. Am Donnerstag, nach weiteren zwei Telefonaten – die bei Ihnen bekanntlich 0,60 EUR die Minute kosten – wussten wir auch nicht viel mehr, außer, dass auch Ihre Mitarbeiter nicht wussten, wann das Paket in einer „Packstation“ ankommen würde. Was diese zu bedeuten hat, kann ich nur mutmaßen.

Heute Früh nun, war man sich bei Hermes sicher, dass die Sendung heute in der Auslieferung wäre. „Bis 19 Uhr“ hieß es. Auch diesmal blieb meine Frau den ganzen Tag zu Hause, um auf den Hermes-Wagen zu warten.

Um 18:30 Uhr konnte ich dann heute Ihre Mitarbeiterin Angelika Bauer (?) telefonisch erreichen. Sie erklärte mir, dass kein Wagen in Neustadt unsere Sendung an Bord hätte und auch nicht damit gerechnet werden könne, dass das Paket heute noch zur Auslieferung käme. Denn es würde ja gar keine Adresse hinterlegt sein. Nur „Neustadt“. Und irgendetwas mit „ocr“.

Ich gebe zu, dass ich mich bisher noch nicht mit Ihrem Unternehmen beschäftigt habe, da ich jedoch in einem ähnlichen Gewerbe tätig bin, dachte ich mir, das kann ja so anders nicht sein.

Aber offenbar läuft ein Transportweg bei Ihnen anders als bei anderen. Denn erst wird das Paket angenommen. Eine Adresse ist dabei nicht notwendig, eine ungefähre geografische Lage – wahrscheinlich nach Ihren sogenannten „Packstationen“ orientiert – reicht erstmal. Dann wird abgeholt und weitergeleitet, bis das Packstück … – vermisst wird! Vier Tage von Essen bis nach Neustadt a. Rbge. – da hätte man das Paket locker auch per Fahrrad zustellen können.

Aber bei der Zustellung sind wir ja noch nicht. Es ist ja noch „ocr“ – was auch immer das bedeutet. Das konnte mir Ihre Mitarbeiterin auch nicht recht erklären.

Sie: „Es ist auf ‚ocr'“.
Ich: „Kann ich es denn von irgendwo abholen?“
Sie: „Nein, das können Sie nicht abholen.“
Ich: „Warum? Ist es nicht mehr auf diesem Planeten?“
Sie: „Nein, es ist auf ‚ocr’!“
Ich: „Ach so.“

Sie merken schon, ich hatte ein ausgeprägtes Kommunikationsproblem mit Ihrer Kollegin. Fakt ist jedoch, das Packstück befindet sich irgendwo in einer Packstation, also wohl so eine Art Zwischenwelt, und niemand – außer vielleicht Trolle und Magiere – haben Zugriff darauf. Es ist ja auf „ocr“! Die gute Frau war sich jedoch sicher, dass es am Montag in der Auslieferung wäre. Sie gab unsere Adresse in den Computer ein. Oder in eine Glaskugel.

Denn die hatte offenbar der Kollege heute Morgen, der die Zustellung nämlich bis heute 19 Uhr zusagte. Ohne zu fragen, wo wir im materiellen Raum dieser Erde zu finden wären.

Allein die Aussage, dass es „irgendwann zwischen 8 und 19 Uhr“ zugestellt wird, ist eine weitere Herausforderung an unsere Geduld, die sie eigentlich nur mit einer Gutschrift über etwa 10 EUR, als Entschädigung für die geführten Telefonate, wieder gutmachen könnten. Oder denken Sie sich einfach etwas anderes aus. Auch für die vielen Stunden, die wir hier in der Wohnung auf sie gewartet haben.

Was wir am kommenden Montag natürlich wieder machen werden. Denn was wir auf jeden Fall vermeiden wollen, ist, dass die Sendung, wenn sie denn nun schon nach einer geschlagenen Woche wieder ins Diesseits zurückgekehrt ist, wieder in die Welt der Feen und Elfen zurückgleitet.

Oder, Gott bewahre, wieder auf „ocr“ springt!

In der Hoffnung, am Montag irgendwann zwischen 8 und 19 Uhr das Paket entgegen nehmen zu können, verabschiede ich mich mit dem Wunsch eines schönen Wochenende für Sie und all Ihre Mitarbeiter im Hier und Dort,

Marino Carlini

Hopefully noch to be continued …

Autumn in progress

Der Sommer war wie erwartet vollgepackt mit Terminen, Konzerten und allgemeiner Rastlosigkeit für mich. Keine Zeit zur Kontemplation, der Körper musste funktionieren, der Geist kam manchmal gar nicht hinterher. Wer denkt (oder wie ich gedacht hat), dass das im Alter anders wird, hat sich halt geirrt. Punkt. Ich werde damit leben können/müssen.

Aber es ist natürlich nicht so, dass ich die Schönheit der Welt und das reichhaltige Angebot an wunderbaren Ereignissen im gerade angebrochenen Herbst darüber nicht erkennen würde. Z.B. den Absturz der FDP in die Bedeutungslosigkeit. Oder den Start der herz- und leider auch hirnerweichenden Fernseh-Shows pünktlich zum Herbst. Zu Letzteren zähle ich natürlich Sendungen wie „Supertalent“, „Schwiegertochter gesucht“ und „X-Faktor“. Über die ich allerdings diesmal nichts erwähnen möchte. Kommt später.

Denn in der Politik darf ich gerade sowohl frohlocken und mich auf der anderen Seite an einer Reality-Soap ergötzen. Mein Herzerl schlägt halt immer ein weniger höher, wenn ich die derzeitig in der ganzen Republik als „Fast Drei Prozent“ Gehandelten wahrnehme. Auch ein hannoverscher Phillip bringt diese Partei momentan nicht wieder dahin, wo sie sowieso nicht hingehört.

Aber man weiß ja auch nie, was nach der FDP kommt. Es kann ja noch schlimmer kommen. Oder eben unterhaltsamer. Wie bei der Piratenpartei. In Berlin haben die doch glatt 8,9 Prozent bekommen und die Tendenz liegt bei über 5 Prozent bundesweit zur nächsten Wahl 2013. Aber die Transparenz, die die Piraten zu ihrem zentralen Wahlkampfthema gemacht haben, kann ganz schnell auch zu einem Bumerang werden. Wie man an der öffentlichen (im Internet übertragenen) Fraktionssitzung sehen konnte. „political rookies at work“ sozusagen. Andere würden sagen „chaos in progress“. 😉

Nun ja, lassen wir sie doch erstmal machen und amüsieren uns daran. Geben wir ihnen ein bisschen Zeit, den Job zu lernen, um den sie sich beworben haben. 😉

Den, also seinen Job, wird „Unser Benny“, der 16., wohl auch nicht mehr so verrichten, wie die Bevölkerung sich das wünschen würde. Der Mann kommt einfach nicht an im 21. Jahrhundert. Er versucht halt alles, um die Katholische Kirche vor der nötigen Reform zu bewahren. Es könnte sich dann ja herausstellen, dass sie ihre Daseinsberechtigung schon überlebt hat. Wobei: Das Vorgehen des Papstes auf seinem Vier-Tage-Besuch in Deutschland ließ erkennen, dass er genau diese These unbeabsichtigt zu beweisen versucht. Denn „die Kirche darf sich nicht der Gegenwart anpassen, sondern müsse auf Distanz zur Gesellschaft gehen“, sagt er.

Sagt er wirklich!

Er macht also aus seiner realitätsfremden Geisteshaltung noch einen Schlüsselindikator für die Katholische Kirche. Das ist ungefähr so, als würde man mit einem Auto auf eine Bunkerwand zusteuern und nochmal Gas geben, um dadurch eventuell doch unbeschadet durch die Mauer zu kommen.

Ja, ich stehe genauso auf Benedikt wie ich auf Westerwelle stehe. Beide haben ja gemein, dass sie ihren „Arbeitgeber“ in den Ruin treiben. Das ist nicht nur „chaos in progess“, sondern eine Art von „suicide in progress“. Und wir sind live dabei! DAS nenne ich mal eine Reality-Soap…! :-)

Zu den hirnerweichenden Shows komme ich dann nach weitere, eingehenderen Analysen… – und das ist dann ja mehr ein „desaster in progress“. 😀

Fliegen und das Drumherum (Part 4)

Im November 2008 habe ich mir mal eine Trilogie gegönnt (hier, hier und hier – sowie ein Prolog dazu von 2006 😉 ), über das, was einem beim Fliegen so alles passieren kann. Und was die Produzenten in Hollywood können, kann ich schon lange! Ich schreibe einfach einen vierten Teil mit dem alternden Protagonisten. In diesem Falle also mit mir selbst.

Meine „Feste Freundin“ und die zukünftig allerbeste Ehefrau von allen hat früher, als sie noch in Fronarbeit als bezahlter Sklave tätig war, öfter von ihren Erlebnissen berichtet, die sie mit ihren Mitmenschen im Zug der Deutschen Bahn morgens auf dem Weg von Neustadt nach Hannover hatte. Aber das waren alles Geschichten, die man nachvollziehen konnte, die man selbst schon mal ähnlich in der U-Bahn oder sonstwo erlebt hat.

Wo allerdings erlebt man Sachen, über die man Stunden nachdenken kann, ohne zu verstehen, was sich da gerade vor seinen Augen abgespielt hatte? Richtig, auf dem Flughafen.

Denn es ist ja in der Sache an sich begründet, dass auf verhältnismäßig engem Raum alle Kulturen und Nationen dieser Welt zusammen kommen. Und mit 27 Jahren Erfahrung in Sachen Fliegerei und kultureller Einblicknahme in fremde Gewohnheiten und Verhaltensweisen, hätte ich ja schon Bücher darüber schreiben können, was mir alles passiert ist. Aber aus Rücksichtnahme auf mein Angestelltenverhältnis bei einer großen Luftfahrtgesellschaft habe ich das natürlich nicht getan.

Bis heute. 😉

Allerdings möchte ich betonen, dass ich diese Schilderungen völlig wertfrei wiedergebe und alle Nationen, Kulturen und Menschen dieser Erde zutiefst respektiere.

Und eine besonders.

Die japanische.

Nicht ohne Grund fasziniert mich dieses Land, nein, diese Menschen dort, weil sie so unsagbar anders sind, als ich mir das vorstellen kann.

Ich saß nun also heute um 16 Uhr an meinem Gate in Frankfurt und wartete mit meinem Kollegen auf den Flieger zurück nach Hannover. In der Sitzgruppe vor uns, sich gegenseitig zugewandt, warteten mit uns, eine etwa 35-jährige Japanerin mit ihrer offenbar etwa 65-jährigen Mutter.

Sie sprachen japanisch. Nicht überraschend.

Und da kommen wir auch schon zum ersten Faszinosum. Die Sprache hat ja offensichtlich mehr als eine Handvoll Vokale und ein paar Konsonanten. Wobei man diese den Japanern nicht entnehmen kann. Für mich klingt das immer wie eine Melange aus Indianischem Gesang (unter voller Kriegsbemalung), mongolischer Obertonmusik und dem Gebrumme der ersten Höhlenmenschen. Letztere haben sich ja auch durch den Klang des Tons verständigt.

Also diesem wechselseitigem „Iiiiiaaaannnnnngggghhhh“ und dergleichen, entnahm ich, dass sich die beiden Frauen vor mir über irgendetwas austauschten.

Bis sich allerdings die Tochter plötzlich ganz ihrem Handy widmete und offensichtlich nicht mehr am Gespräch teilnahm, während die Mutter fröhlich weitersang oder -klagte (könnte beides gewesen sein). Ein Blick auf die Mutter jedoch relativierte meine peinliche Berührtheit auf Grund der Unhöflichkeit der Tochter. Denn die alte Dame nämlich sprach irgendwie gar nicht mehr zu ihrer Tochter. Sie starrte zu Boden und brabbelte – zu leise für eine Konversation, zu laut für ein Selbstgespräch – in den Check-in-Bereich hinein.

Ich war fassungslos.

Mein Kollege und ich schauten uns an. Was war das für eine verbal-non-verbale Unterhaltung? Die Mutter ließ nicht ab. Ununterbrochen sprach sie, wie vorher zu ihrer Tochter, nun einfach die Fliesen an.

Oder sie sang. Oder verfluchte mich. Denn das Fragezeichen über meinem Kopf musste sie bemerkt haben.

Es könnte auch sein, dass die Japaner schon die Telepathie zur Unterhaltung einsetzen und das Genuschel dient nur zur Ablenkung der feindlichen Spezies aus dem Westen, um uns dann unbemerkt durch Hirnscanning unschädlich zu machen und die Weltherrschaft an sich zu reißen!

Nein, ich glaube eher nicht. 😉

Aber ich verstehe diese Japaner einfach nicht. Weder in Ihrer Sprache, noch in ihrer Kommunikationskultur.

Die beiden saßen dann übrigens im Flugzeug neben mir. Über den Gang hinweg allerdings. Ich hätte es mir anders gewünscht.

Denn mein Nachbar auf 14B war dem Aussehen nach zu beurteilen Vorderasiate. Dagegen wäre nichts zu sagen. Ich kenne mich mit diesem Kulturstamm besser aus.

Nur dieser Landsmann irritierte mich ein wenig.

Denn er schnarchte mir während des Flugs ins Ohr. Wirklich. Ich schwöre! So einen Scheiß kann man sich doch nicht ausdenken.

Und … – man erlebt ihn eben nur beim Fliegen 😉

Ich bin!

„Mein Schatzzzzz“ ist ja bekanntlich das Nonplusultra in Sachen Mobilar in unserer Wohnung. Natürlich auch in Sachen Gebrauchsgegenstand. Und in Punkto Lebensmittel. Ohne meinen „kleinen“ iMac würde ich ja praktisch gar nicht existieren. Im Zeitalter des Facebook-Accounts für jedermann definieren wir uns bekanntlich über unser Profil im Netz. Und das wird durch den Computer generiert und aktualisiert.

Klar, man kann sich Ersatzspielzeug zulegen. iPhone. iPad. Ja, ja, aber wirklich sein kann man doch nur mit seinem Computer. So mit Maus. Und 27-Zoll-Bildschirm. Damit fühlt man sich dann vollkommen. Da ist man eben ganz Mensch.

Das erklärt man dann so nach und nach der Allerliebsten, die sich anfangs nur widerwillig dem iPod touch gewidmet hatte, dann plötzlich keine Lust und Muße mehr hatte, sich an ihren Laptop zu setzen, um dann schließlich ihren ganzen Businessplan an meinem Schatzzzzz zu erstellen!

Viele Tage lang … Von morgens bis abends …

Also eine fast unüberschaubare Zeit, in der ich praktisch nicht existierte. Kein Profil-update, kein Kommentar, kein „Gefällt-mir“, keine Analysen auf meinem Onlinespiel-Account, kein Gar-nichts.

Heute habe ich jedoch meinen Rechner zurückbekommen. Mein Herz schlägt nun von neuem. Meine Existenz ist wieder erfüllt von Bits und Bytes. Ich bin!

Mit anderen Worten, die zukünftig beste Ehefrau von allen braucht dringend ihren eigenen Mac! Diese Zeit der netz-kommunikativen Dürre und inhaltlichen Leere darf sich für mich nicht wiederholen.

Ja, ich habe auch erkannt, dass ich abhängig bin. Wie ein Süchtiger eine Spritze, brauche ich meine USB-Connect zum Mac. Wahrscheinlich steige ich bald auf WLan oder Bluetooth um. Teuflisches Zeug halt.

Ich werde heute erstmal vor meinem Apple-Rechner nächtigen. Mit dem Gesicht auf der Tastatur. Ich brauche jetzt ganz einfach die Nähe meines iMacs.

Ach, hört auf..! Klar komme ich auch ohne Computer aus…! Das ist doch keine Sucht … Ich kann da jederzeit damit aufhören … wenn ich will … früher sind wir doch auch ohne ausgekommen …

So ‚n Quatsch…!

Das neue 96-Verlangen

Apropos Fußball. Am Donnerstag war ich in der AWD-Arena zu Hannover. Das erste Pflichtspiel gegen einen ausländischen Verein seit 57 Jahren. Wobei ich nicht glaube, dass es nach der letzten Meisterschaft der Hannoveraner ,1954, schon einen Europa-Pokal gab.

Was war das nur für ein Erlebnis! Mal abgesehen von den unzähligen Bekannten, Freunden und Schulkameraden, die ich im Stadion getroffen habe, war das Spiel gegen den FC Sevilla ein Traum. 43.500 enthusiastische Niedersachsen gegen etwa ein Dutzend Sevillanesen. Die Gästekurve war sehr übersichtlich. Offenbar sind die spanischen Anhänger nicht sehr reisefreundlich. Das dürfte am kommenden Donnerstag schon anders aussehen, wenn ein paar Chartermaschinen die hannoverschen Fans nach Sevilla fliegen.

Das 2:1 muss nicht reichen für 96, aber das Erlebnis, dem wir beiwohnen durften, wird den Hannoveranern nachhaltig im Gedächtnis bleiben. Jetzt wollen wir mehr. Jedes Jahr ein paar Engländer, Franzosen, Spanier oder auch mal Italiener ( :-) ) wäre schon toll. Nachdem die Hamburger, die Bremer und die Wolfsburger in der Vergangenheit schon genug Aufmerksamkeit in den europäischen Ligen für sich in Anspruch genommen haben, sind wir jetzt mal dran. Muss nicht gleich ein Pott sein, aber so eine Gruppenphase und vier Heimspiele jedes Jahr, hätten wir doch auch mal verdient.

Ja, so ist das mit den Menschen. Wenn sie einmal Blut geleckt haben, wollen sie immer mehr. Ein 9. Platz – also „einstellig“, wie es immer heißt – in der Liga, ist jetzt nicht mehr ausreichend. Wir wollen Platz 6. Nicht, dass wir es verlangen würden von unserem Club, aber wollen wollen wir schon. 😉

Die vier Auftaktsiege der Hannoveraner Balltreter überschattet dann auch – zumindest in meiner kleinen Weltsicht – das bescheidene Wetter in diesem Sommer, die Teenagerliebe verwirrter CDU-Politiker sowie den Rebellenvormarsch in Libyen. Wer will davon schon noch etwas hören? Wir erfreuen uns derzeit lieber an Hannover 96, unserer „alten Liebe“. 😉

Back home again

Ich war in meiner Heimat. Oder in der Fremde. Egal, wie man das jetzt sehen mag, ich war zumindest in Italien. Da zieht es mich alle paar Jahre immer hin. In die nordöstlichen Berge Italiens, in das Gebiet meiner Ahnen. Poetisch ausgedrückt ist das offensichtlich der Ruf meines Blutes. 😉

Sehr viel Verwandtschaft haben wir zwar nicht mehr dort, aber die Nachbarschaft ist auch noch immer die Gleiche und alle sind noch immer so gastfreundlich wie man das von Italienern halt so kennt. Deshalb kommt man gar nicht so sehr zu großen Unternehmungen, da man immer wieder einer ungesunden Menge an Wein, Käse und Salami in wechselnder Gesellschaft gegenüber steht. Wobei mir der Käse und die Salami jetzt gar nicht so sehr aufgefallen sind. An Wein allerdings kann ich mich sehr gut erinnern. 😉

Älter sind sie alle geworden, die italienische Bekannt- und Verwandtschaft. Im Gegensatz zu mir natürlich. 😉

Die Jungens von damals, mit denen ich zum See gefahren bin und italienisch geradebrecht habe, stehen genauso vor dem zweiten oder gar dritten Abschnitt ihres Lebens wie ich. Und so sah man jede Menge alte Menschen, die in Erinnerungen schwelgten, Fotos aus den 50er bis 70er Jahren herausholten und die alten Songs rezitierten (einem hatte ich 1982 den Text von „Carbonara“ von ‚Spliff‘ beigebracht – er konnte ihn sogar noch!).

Als Kind habe ich es ja gehasst, wenn meine Eltern an jeder Hausecke in unserem Dorf angesprochen wurden und sich ein kurzer Gang zu einem Verwandten so zu einer kompletten Nachmittagsveranstaltung hinzog. Jetzt weiß ich allerdings, dass DAS der Urlaub war für meine Eltern. Sich erinnern, sich mit den Leuten von damals austauschen, seine Jugend wieder greifbar real spüren zu können.

Wenn ich mir das so überlege, habe ich praktisch den Urlaub meiner ganze Kindheit dort verbracht. Da gab es kein „wo wollen wir denn in diesen Sommerferien hin?“, sondern es war klar, es ging für mindestens drei Wochen nach Cavasso Nuovo, dem kleinen Fleck in der Provinz Udine, aus dem meine ganzen Vorfahren kamen.

So habe auch ich über die Jahrzehnte eine innige Beziehung zu diesen Leuten und zu diesem Land aufgebaut. Obwohl ich sie im täglichen Alltag nie um mich hatte, waren die Urlaubswochen, die ich dort verbrachte, immer für dieses Parallel-Leben reserviert. Mit einem anderen Zuhause, mit anderen Menschen, mit einer anderen Sprache, anderem Geld und einer anderen Umgebung. Und Letztere zieht einen immer wieder – auch nach dem x-ten Besuch dort – in ihren Bann. Die Berge, das glasklare Wasser, dieses Panorama… – irgendwie ist Friaul doch eine verdammt schöne Landschaft. 😉

Apropos Friaul und dessen Haupstadt Udine. Meine Nachbarn sind ja ganz harte ‚Udinese Calcio‘-Fußballfans. Typische italienische Tivosi halt. Sympathisch, gell? 😉

Ich werde mal schauen, was die Spieler Udines in dieser Saison so bringen. Sie haben sich ja auch für die Europa League qualifiziert. Wäre doch mal ‚was, wenn Udine gegen Hannover spielen würde.

Also eine Compilation der Stadion- und Fansongs von Udinese Calcio habe ich mir schon mitgebracht. Das „Alte Liebe“ der Hannoveraner, kontern die Udineser mit ihrem „Vinci per noi, magica Udinese“. Einer von beiden darf den Pott ruhig holen! Forza, Udinese Calcio! Vorwärts, Hannover 96! 😉