Privat

That’s Life: Mein Weg durch die Jahrzehnte

Shocking! Ein Nacktfoto von Marino! Als ich geboren wurde, war ich noch relativ jung. Meine Geburt war auch nicht unproblematisch. Erst nach neun Monaten konnte mich eine freiberufliche Hebamme aus dem Inneren einer etwa 32jährigen Frau befreien. Wir schrieben den 25. Juni 1963 und es war mittags, 12.30 Uhr, August-Bebel-Str. 1 in Langenhagen, welches sich geografisch in Mitten der norddeutschen Tiefebene des nördlichen Hannovers erstreckt. Meine Mutter Marcella gebar mich ob des dann sehr raschen Geburtsverlaufes auf dem Sofa. Zudem wurde ich kein Mädchen, auf das sich mein Vater Gino nach zwei Jungen nun endlich gefreut hatte. Ich allerdings kam mit dieser absprachefreien Gattungsänderung sehr gut klar. Wer will denn schon ein Mädchen sein? Auf dem Schoss meines Bruders Galliano, etwa 1965.

Bruederfoto (v.l.): Ich, Galliano und Romano anno 1966. So wurde ich als jüngster Sohn eines waschechten – und was Gestik und Emotionalität angeht auch typischen – Italieners und einer in Schlesien aufgewachsenen Italienerin geboren. Das machte mich schon früh zu einer Art Sonderfall. Zugegeben, es hat Nachteile, als Italiener kaum mit der eigenen Muttersprache konfrontiert zu werden und in dem Land, in dem man geboren wurde, als Ausländer zu gelten, doch spätestens mit 18 Jahren, wenn das Vaterland zur Waffe ruft, hat es unbestrittene Vorteile. Ich war niemals beim Bund.

Drei Generationen: Meine Mutter, Oma, Tante Giuditta (oben v.l.) sowie Romano, Cousine Silvana und ich (unten v.l.). Die frühe Kindheit verbrachte ich mit meinen zwei älteren Brüdern. Galliano, der ältere, ist mit den neueneinhalb Jahren Unterschied zu mir, schon ein richtiger “großer” Bruder. Da ich damals klein und dünn von Statur war, konnte ich mir den Respekt mit dem Spruch: “Ich hol gleich meinen großen Bruder!” verschaffen – das zog! Zumindest im Vorschulalter. Der Mittlere von uns dreien ist Romano. Als oben beschriebener “großer Bruder” taugte er nicht, da er nur schlappe 20 Monate älter ist als ich. Aber als Spielkamerad war er eine geeignete Besetzung. Mein Vater erklaert mir den Ernst des Lebens vor meiner Einschulung im August 1969. Wenn man ihn gewinnen ließ. Zog er mal den Kürzeren gegen seinen kleinen Bruder gab’s meistens Ärger. Zumal Romano mir auch in Statur und Kraft ein bißchen voraus hatte.

Na ja, aber auch bei ihm zog die Tour mit dem “großen Bruder”…

Family Shooting 1970  So waren die ersten Jahre doch sehr harmonisch und relaxt. Dann allerdings, im Jahre 1969, kam die Geschichte mit der Schule. Da Romano ein Jahr vor mir eingeschult wurde, konnte ich, vor Neugier ob des neuen Lebensabschnittes, gründlich von seinem neuerworbenen Wissen partizipieren. Mit anderen Worten: Meine erste Klasse war eher eine Wiederholung für mich und ich konnte mich einem anderen Thema widmen, von dem viel mehr Reiz ausging und mit dem ich mich auch heute noch beschäftige: Nein, nicht die Musik, sondern – Mädels! 1971 in Italien - mit Blaskapelle auf der Brut. Der Rock 'n' Roll kam spaeter. ;-)

Meines Bruders Heilige Kommunion anno 1971. Die Welt war nun farbig. ;-) Meine erste große Liebe war Ulrike. Wir waren sechs Jahre und saßen in der Klasse nebeneinander. Wir hatten also die Reife und vor allem die Gelegenheit allen unsere Liebe zu zeigen. Bis unsere Klassenlehrerin, Frau Bruns, uns wegen der ständigen Knutscherei auseinander setzte. Seither habe ich ein eher gestörtes Verhältnis zu Pädagogen.

Meine grosse italienische Familie am Flughafen Hannover 1972 Doch mit sechs steckt man solche Niederlagen noch locker weg. Es gab ja auch etwas Besseres: die Musik! Neben dem schon angesprochenen Vorteil gab es noch etwas, was ich meinem knapp zehn Jahre älteren Bruder Galliano zu verdanken habe: Nämlich seine gesamte Plattensammlung Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre, die damit auch meine musikalische Prägungsphase wurde.

Es verging kein Tag, an dem ich nicht vor dem Radio saß und die Helden dieser Tage nachzuahmen versuchte. Nun, von den vielen Versuchen im Laufe der Jahre, selbst einer dieser Protagonisten der deutschen Medienlandschaft zu werden, berichtet der Abschnitt “Musik” auf diesen Seiten. Mit mehr als zwei Dutzend Songbeispielen. So wenden wir uns an dieser Stelle zu der Freizeitgestaltung, die mich während der ganzen 70er Jahre hindurch begleitete: der Fußball.  Meine Kommunion anno 1973 - sucht mich! Nein, nicht der Typ oben rechts. ;-)

Mit sieben Jahren waren also Black Sabbath, Deep Purple und Borussia Mönchengladbach meine Helden. Ich heuerte beim SC Langenhagen als Stürmer und Mittelfeldspieler an. Nach den Spielen gab es immer Cola und Fanta. Das galt damals als adäquate Bezahlung in der E-Jugend. Ich wurde zum Mannschaftskapitän gewählt. Grund war, wie so oft in meinem späteren Leben, der Hang zur Selbstdarstellung (siehe auch diese Homepage) und die großen Klappe.

Nein, das ist kein Maedchen in der Mitte, das bin ich 1974! Zwischen zwei wirklichen Maedels (Cousine und Mutter). ;-) Mit zehn Jahren war ich wechselweise Brian Connelly, Sänger von The Sweet, und Günther Netzer, Fußballer bei Mönchengladbach. Ich benahm mich auch so. Großmäulig, vorlaut und vermeintlich unwiderstehlich.

Es war meine schönste Zeit.

Ich wechselte zur Robert-Koch-Realschule. Ein verhängnisvoller Fehler, wie sich im Laufe der nächsten Jahre herausstellen sollte. Absolvierte ich die Grundschule im Vorbeigehen mit Zweien und Dreien im Zeugnis, da ich wie beschrieben von meinem Bruder Romano profitierte, stand ich nunmehr ganz allein da und musste LERNEN!!  1975 in Italien.

Ich tat es nicht.

Diese Entscheidung stellte sich ebenfalls als Fehler heraus.

Mit der Clique anno 1975 im Hof: Michael Landmesser, Michael Roethenbacher, Romano und Christian Boy (oben v.l.) sowie ich, Haby del Rio und Frank Ullmann (unten v.l.) Man erklärte mir, dass ich die Schule mit der bestandenen vierten Klasse nicht schon verlassen könne und ich mich tatsächlich weiterhin täglich in der besagten pädagogischen Einrichtung einfinden solle.

Entgegen meinem Verständnis von freier Entfaltung der Persönlichkeit, die mir von Grundgesetzes wegen zustand, mogelte ich mich nunmehr durch die nächsten Schuljahre. Schlimm kam es in der siebten Klasse. Drei Fünfen in Geschichte, Biologie und Religion und die trotzdem erteilte Versetzung machten mir anno 1976 klar, dass das Leben doch kein einziger Spaß ist. Ein cooler Teenager 1976. Das bedeutet auch heute noch: Peinlich- und Laecherlichkeit ;-)

Scheiße.

Ich fing den Sturz ins Bodenlose ab und verbesserte mich in Schuljahr acht auf einen Durchschnitt von wieder unter drei. Auf Kosten meiner Freizeit. Natürlich. Auch wenn ich mich fragte, wer zum Teufel wissen muss, wann die französiche Revolution war, warum der Käfer fliegen kann und wann Luther seine Thesen an die Tür hing, büffelte ich. Genau soviel, dass ich klar kam. Das verschaffte mir die Ruhe (rein familiär gesehen – wenn ihr versteht…) für die konsequenten Verfolgung meines Traums, Ruhm und Reichtum für mich zu mehren.

1978 mit der Klasse unterwegs (v.l.): Ich, Zach, Rainer Bachen, Claudia Boehm und Gaby Haster. Doch der Ruhm und Reichtum den ich meinte, erlangte man nunmal nicht mit guten Noten und einer anständigen Ausbildung. Nein, es sollte schon etwas Künstlerisches sein. Mit dem Fußball kam ich zu der Zeit nicht voran, da es mir an benötigter Stärke und Körperwuchs fehlte. Blieb also nur die Musik. War mir eh lieber. Zu dieser Zeit, 1977, gab ich sowieso mein ganzes Geld für Schallplatten aus. Ich war glühender Verehrer der Beatles und musste endlich etwas tun. Mein Bruder Galliano, der in Sachen Musik schon zu beginn, wie berichtet, mein Wegbereiter war, hatte noch eine Gitarre von unserem Onkel stehen. In der Schule gab es neuerdings eine Gitarren AG. Die Sterne standen also günstig.

Anno 1979 mit 16 im Garten. Oder auf dem Mars. Ich weiss nicht mehr. Herr Wenzel konnte Gitarren stimmen. Unser AG-Lehrer war mehr der klassischen Muse zugeneigt, doch am Anfang benötigten wir sowieso nur Instrumente in tonaler Korrektheit, für die besagter Pädagoge (– ich mag sie trotzdem nicht!) sorgte. Die Musik machten wir selbst. Wir, das waren die Klassenkameraden Matthias “Zach” Meinecke, Heiko Engel und ich. Kaum, dass ich die Akkorde A, D und E greifen konnte, gab es auch schon das erste selbstgeschriebene Lied von mir: “It’s not easy for me”. Leider gibt es von diesem epochalen Werk keine Aufnahmen mehr. Der weitere Werdegang und das Scheitern meiner Musik-Karriere ist natürlich explizit unter “Musik” nachzulesen. Erwähnte ich ja schon. Den Blick gen Himmel gerichtet: Marino mit 17 - bereit fuer das Leben...! :-)

Ich verlor mittlerweile gänzlich das Interesse am Fußballspielen, und neben meiner Musik begann der zweite Versuch in Sachen Mädels…

Ein guter Grund jedoch weiterhin zum Trainingsplatz zu rennen und mir lustige bunte Leibchen überzustreifen und selbst im Winter in kurzen Hosen hinter einem Lederball herumzurennen, war der kleine Zuschauerpulk von 15jährigen Mädchen, der sich am Spielfeldrand aufbaute. Ich habe damals schon nicht geglaubt, dass die Klassenkameradinnen, die dort standen, gesteigertes Interesse am Fußball hatten.

Ich wette, sie waren wegen der Jungens da.

...Mist! Gleich zu Beginn falsch abgebogen. ;-) Mal abgesehen von diesen kleinen Geschichten, die sich damals abspielten, fand ich meine erste Freundin allerdings erst nach meiner Realschulzeit, die ich 1979 endlich hinter mich brachte. Ich war immer noch kein Rockstar und stand vor dem Problem, das ich keinen Schimmer hatte, was ich mit meinem Leben anfangen sollte bis es mit den Musik-Millionen so weit war. Es galt also ein paar Jährchen zu überbrücken, ich war ja erst 16 Jahre. Ich entschied mich für die Höhere Handelsschule in Hannover, die ich erstmals im September 1979 betrat. Direkt vor mir saß Kirsten. Wir waren über zwei Jahre zusammen und ich vernachlässigte meine Musik.

Weiber!

Allerdings bereitete ich mich auf mein berufliches Leben vor. Die Handelsschule schloss ich erfolgreich ab und entschied mich für eine Lehre als Speditionskaufmann. Natürlich hätte ich irgendetwas im Musikbusiness machen können. Ich hätte natürlich auch den journalistischen Weg einschlagen können, nachdem ich zwei Jahre für die Schülerzeitung “Prisma” der Robert-Koch-Schule auch noch während meiner Handelsschulzeit geschrieben hatte. Aber ich wurde Speditionskaufmann. Ein toller Beruf. Klar, im Musikbereich wäre ich vielleicht mit berühmten, großen Musiker zusammengekommen oder hätte als Journalist interessante Menschen kennengelernt. Aber ich entschied mich für Abfertigungspapiere, KVO-Frachtbrief und LKW-Fahrer. Eine gute Entscheidung, denke ich.

Sagt auch mein Psychotherapeut.

1982 schaute ich immer noch nach oben. Aber ich wartete vergeblich auf himmlische Eingebung. ;-) Ich begann meine Laufbahn als Auszubildender am 1. August 1980 bei der Nelke Spedition in Laatzen bei Hannover. Nach zwei Jahren hatte ich dann genug gelernt. Bestand meine Prüfung im Mai 1982 und wurde als Nahverkehrsdisponent eingesetzt. Ich trug Hemden mit Krawatte, hatte eine Reihe neuer Freundinnen und fühlte mich ganz schön wichtig.

Mit Zach auf einer Party (1983) Dann wachte ich im Spätsommer 1983 wieder auf. Ich hörte auf zu Rauchen (hatte ich mir auf der Arbeit angewöhnt) und kündigte mein Arbeitsverhältnis. Ich stand auf der Straße, war pleite – und glücklich.

Doch das Unglück ließ leider nicht lange auf sich warten. Hatte ich die Absicht, meine ganze Schaffenskraft meiner Musik zu widmen, kam plötzlich das Aus der Band, wegen der ich diesen Schritt gewagt hatte. Dumm gelaufen. Ja, doch! 1984 trug man solche Brillen. Fragt Heinz-Rudolf Kunze! :-/

Das Angebot für ein paar Monate bei der Lufthansa zu arbeiten, kam da ganz recht. Ein Zeitvertrag für vier Monate. Bis dahin wären die Verbindlichkeiten wieder weg und die neue Band am Start. Prima!

Es kam genau anders herum. Der Festvertrag war Ende 1984 unterschrieben und die neue Band war ein Rohrkrepierer.

Das anstrengende Leben 1984 bei der Lufthansa mit Martin Raabe aus Bremen. ;-) Aber ich war bei der Lufthansa! Das bedeutete, die Welt gehörte mir! Ich stieg in alle Flieger nach Übersee, die Karibik, Indien, Fernost und Asien, schaute mir die Welt an, lernte endlich interessante Menschen kennen, sprach mit wichtigen Leuten, war als Entwicklungshelfer in Afrika tätig, heilte kranke Kinder, bekämpfte erfolgreich die Hungersnot auf der Welt und erfand ein Heilmittel gegen Krebs.

Nein, nicht wirklich.

Nein, auch 1985 trug man eigentlich keine Vollbaerte... Aber was scherte mich das? ;-) Ich flog nirgendwo hin, steckte alles Geld in meine Band, wechselte weiter die Freundinnen und war im Schichtdienst als Angestellter der Lufthansa-Frachtabteilung tätig. Lernte neue LKW-Fahrer kennen, neue Abfertigungspapiere und Frachtmanifeste.

Das ist ungefähr gleichwertig, oder? ...das sah ich dann 1986 ein. ;-)

Ich wurde älter und meine Bands besser. Außerdem flog ich zum ersten Mal mit einem Kollegen in den Urlaub nach Kanada.

Im Mai 1987 vermaehlte und betrank ich mich. ;-) Dann heiratete ich Kornelia. Meine erste Tochter Carina kam am 6. Juni 1987 auf die Welt. Ich war gerade mal 24 Jahre. ich ging weiter zur Arbeit. Ein neues Büro, neue Kollegen und immer wieder neue LKW-Fahrer und neue Papiere. Die Musik wurde immer besser. Doch das registrierte niemand.

Aber dann kam meine Stunde: Das Musikbusiness verlieh mir einen Preis! Es war ein Trainigsanzug, den ich bei einem Preisrätsel des MusikExpress gewann. Kaum verheiratet, liess ich mein Aeusseres wieder ein bisschen schleifen. ;-)

Immerhin.

Mit der Band Pride ging es dann Anfang der Neunziger wirklich bergauf. Wir gewannen einen richtigen Preis bei einem Rockwettbewerb mit fast 800 Teilnehmern. Die Musik bestimmte weiterhin meine Freizeit und auch beruflich gab es wieder Herausforderungen: neue Papiere, neue Fahrer, usw.

...und verlor 1991 erst die Kontrolle ueber meine Haare. Meine zweite Tochter Charlene wurde am 13. Dezember 1991 geboren.

Und wie es allen Familienvätern so geht: Sie vernachlässigen ihr Äußeres, lassen Haare und Verstand freien Lauf (siehe Fotobeweise links und rechts). ...und 1993 mit meinem Bruder Romano offensichtlich auch noch den Verstand.

Doch im Jahre 1994 konnte ich durch eine Reorganisation meiner musikalischen Aktivitäten sowie den Erwerb meines ersten heimischen Kleincomputers – ein 486er DX50 für die läppische Summe von knapp 4000 DM – neue Perspektiven gewinnen. Ich begann eine nebenberufliche Laufbahn als Musik-Journalist bei diversen Zeitungen, obwohl ich in meinem Hauptjob bei der Lufthansa auch wieder neuen Herausforderungen begegnete: Die Papiere kamen jetzt über einen Endlosdrucker, die Fahrer waren jedoch noch die gleichen.

1995 hatte ich mich dann wieder unter Kontrolle. Ich übernahm zusätzliche eine Funktion beim neuen Lokalfernsehen “OK Hannover” für die 1996 gegründete Gruppe “Langenhagen TV”, die zweimal im Monat Berichte aus der Flughafenstadt lieferte – gewollt und ungewollte Humoresken aus der Heimat. Wir waren halt jung und hielten ganz gern mal unsere Birnen in die Kamera.

Nebenbei begann ich mein Fünf-Jahres-Gastspiel bei der “Hannoverschen Allgemeinen Zeitung” als Spezi für die Rockmusikberichterstattung aus dem Norden Hannovers. 1998 in schwarzweiss...

Anfang 1998, als mit LTV Schluss war (”Wir waren mit unserer Art der Berichterstattung und Unterhaltung unserer Zeit einfach voraus!” <prust>), begann die ernsthafte Arbeit mit der Band Carlini an neuem Material, hinzu kam das Ende meiner Ehe.

1999 in Farbe. Ende 1999 entwickelte ich den ergeizigen Plan, meine gesammelte Musikberichterstattung in das neue Medium Internet einzuspeisen. Am 1. Januar 2000 ging das Ein-Mann-Unternehmen “Rockszene.de” offiziell online. Es wurde im Laufe des Jahres zu einem Kleinunternehmen mit einigen Mitarbeitern, denen ich genau ein Jahr später einen tollen Erfolg mitteilen konnte: Ich hatte mein letztes Hemd und meine letzte freie Minute für das Rockmagazin hergegeben und stand vor dem finanziellen Ruin und körperlichen Overkill.

Ich als bonziger FDP-waehlender Unternehmer - eben ein Irrtum! ;-) Kurzum: Ich konstatierte mein Scheitern, gestand mein unternehmerisches Unvermögen ein und veräußerte Namen, Rechte und Inhalt meiner Rockszene. Der Trost: Mein Nachfolger führt die Rockszene in der Weise weiter, wie ich sie begonnen habe. Der Link: www.Rockszene.de.

So bin ich seit Januar 2001 nicht nur ohne die Nebenbeschäftigung für Rockszene.de, sondern auch mein Engagement bei der Tageszeitung lief zum Ende des Jahres 2000 aus. Na ja, und selbst bei der Lufthansa Cargo kann ich in meinem Aufgabenbereich seit Oktober 2000 auf keine Abwechselung mehr hoffen: keine neuen Frachtpapiere mehr und keine Fahrer… – nur noch Telefonverkauf. Old blue eye: Traeumerisch 2003

Das währte allerdings auch nicht lange. Ich übernahm den Job eines Verkaussteuerers. Klingt gut. Klingt nach Steuermann. Klingt nach Hoher See. Saß allerdings immer noch am Schreibtisch.

2004 in Lagos, Portugal Im Jahr 2003 entdeckte ich endlich meine Vorliebe für Urlaub. :-)

Und wer sagt eigentlich, dass man mit über 40 nicht noch Spaß haben kann? Wenn mich die Pflegerin auf die Terrasse schiebt, kann ich sogar die Kinder spielen sehen… ;-)

Das Älterwerden macht mir keine Kopfzerbrechen, nur der körperliche Verfall. Einer durchmachten Nacht folgen mittlerweile sechs Tage Rekonvaleszenz.

Aber das Leben bleibt bunt und turbulent. Und was schert mich schließlich das Geschwätz von gestern, wenn es um meine Prinzipien geht? Man soll halt nicht sagen, ich hätte es nicht immer wieder versucht. Ach, und am Telefon bin ich beruflich auch wieder zu erreichen. Ist vielleicht sowas wie ein Deja vu?  Auch 2007 noch immer neugierig aufs Leben.

Bleibt die Frage: “Wer, zum Teufel, wollte das jetzt eigentlich alles von mir wissen…?” oder “Und wie geht es jetzt weiter in deinem Leben?”

Nun, wer sich Letzteres fragt und jetzt so richtig Appetit bekommen hat auf mein Leben, und vielleicht auch auf meine Gedanken zu Profanem und Wichtigem, Essenziellem und Nichtigem, der darf sich häufiger hier herumtreiben. ;-)

Denn in meinem Webtagebuch (Startseite) gebe ich noch akribischer über meine Gegenwart Auskunft. Natürlich subjektiv aus meiner Sicht. Und die ist nicht immer politisch korrekt. Aber so bleiben wir in Kontakt. Denn wer möchte, kann mir dort auch mal so richtig die Meinung sagen. Natürlich nur, wenn sie sich mit meiner deckt. ;-)

Viel Spaß also noch mit meinem Leben - ich werde ihn hoffentlich haben. ;-))

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