Santorini - Erlebnisse eines Traumurlaubs (Oktober 2003)
Mein kurzer Reisebericht von Malle hat mich auf einen früheren gebracht, den ich 2003 bei Dooyoo eingestellt habe, nachdem ich auf Santorini war. Und da das hier ein Tagebuch ist, gehört auch das ältere Zeug hier rein. Nun denn …
Montag, 22. September 2003, 20:15 Uhr im Kino meiner Wahl: Der Vorspann des Films “Tomb Raider II” flimmerte über die riesige Leinwand. Die Kamera fliegt über ein tiefblaues Meer, zieht hoch, ein malerisches, in blauweiß gehaltenes Dorf zeigt sich. Direkt an den Klippen. Was für ein Anblick! Ein Untertitel wird eingeblendet: “Santorin, Greece”
“Da muss ich hin!” Der Gedanke, den ich tags drauf gegenüber meiner Freundin formulierte, stieß auf heftige Zustimmung, “da wollte ich auch schon immer hin.” Der noch nicht näher geplante Urlaub im Oktober hatte nun ein Ziel.
Ein paar Tage darauf stand die Buchung für den 16. Oktober ab Hannover mit LH (als Mitarbeiter habe ich da gewisse Vergünstigungen… ;->) nach Athen über Frankfurt und schließlich mit Olympic Airways nach Santorini.
Am besagten Donnerstag dann morgens um 6:10 Uhr saßen wir schließlich im ersten von drei Fliegern, die uns zu der Trauminsel bringen sollten. Es hat auch fast alles super geklappt mit den Flügen.
Aber eben nur fast.
Auf dem ersten Flug saßen meine Freundin und ich tatsächlich nebeneinander - nur sie in Reihe 16, ich in Reihe 17!
Nach Athen hat’s dann besser geklappt - diesmal war allerdings der Gang noch zwischen uns.
Aber aller guten Dinge sind drei!
Diesmal aber nicht.
Auf dem letzten Wegstück saß sie in Reihe 3 und ich in Reihe 17.
Als wir aber auf Santorini ankamen und in Karterados (etwa 1 km von der Hauptstadt Thira entfernt) in unserer Pension eincheckten und die dort gerade geführte Diskussion mitbekamen, wussten wir, dass es doch die bessere Entscheidung war, mit Lufthansa zu fliegen. Alle anderen Gäste flogen mit Aero Lloyd, die just an diesem Tag Konkurs anmeldete. Nun, die Geschichten der abenteuerlichen Rückreisen (wie wir später erfuhren) müssen die Betroffenen selbst erzählen …
Woran ich mich allerdings erst gewöhnen musste während der gesamten sieben Tage auf Santorini, war, dass es wirklich um 19 Uhr schon dunkel war. Eigentlich klar, hatte aber gar nicht daran gedacht, dass die Unterschiede innerhalb Europas nun auch wieder nicht sooo groß sind …
Am nächsten Tag vergewisserten wir uns, dass wir tatsächlich keine Jacken brauchten tagsüber. Schon vormittags etwa 24 Grad. Nur abends sollten wir uns auf ein wenig Wind und so um die 18 Grad einstellen. Kein Problem.
Wir gingen nach dem Frühstück erstmal zu Fuß nach Thira, der Hauptstadt Santorinis. Gleich direkt an die Caldera, dem Kraterrand der Insel. Wir wurden vom Anblick förmlich erschlagen. Alle Naturkatastrophen haben zumindest in der Nachbetrachtung doch noch ein positives Element. Zumindest optisch. Zumindest auf Santorini.
Allerdings mussten wir uns gleich an die dortigen Preise gewöhnen. Das hatte man uns verschwiegen. Wir rechneten damit, dass nicht mehr alle Lokale und Läden offen waren - im Oktober geht Santorini langsam in den Winterschlaf - doch vier (!) Euro (gefühlte 8 DM) für einen kleinen Cappuccino war dann doch überraschend. Ich mutmaßte gegenüber meiner Liebsten, dass mit jedem Kauf einer Erfrischung oder eines Mahls vielleicht auch Anteilschaften an der Caldera miterworben würden. Sie bezweifelte dies. “Und mit dem Milchshake für 6 Euro auch nicht?” - “Nein, ich denke, damit auch nicht.”
Ich beschloss, es so zu machen wir im vergangenen Jahr in London: ein Pfund ist ein Euro. Gedanklich. Gefühlt. Diesmal eben ein Euro = eine Mark. Damit ließ sich leben. Zumindest war mein Gewissen, ob der zu erwartenden Ausgaben ruhig gestellt.
10 DM für eine Vorspeise? Das geht doch!
Wir marschierten los. Einmal quer am Kraterrand entlang und genossen den Ausblick. Bis Firostefani, ein Dorf weiter und natürlich durch die unzähligen Lädchen und Verkaufsbuden mit Souvenirs, Schmuck und was sonst noch an jeder anderen Promenade der westlichen Touristikwelt auch zu finden ist. Alles meist in “drei Etagen”, da am Hang der Caldera gelegen.
“Want a donkey ride?” Ein älterer, uriger Einheimischer bot uns ein lebendes Vehikel für die Hunderten von Stufen hinab an den Hafen von Thira (übrigens auch Fira genannt - da ist man sich dort nicht wirklich einig). Nein, als überzeugter Vegetarier aus ethischen Gründen und Feind jeglicher Ausbeutung anderer Lebewesen, war das für mich natürlich kein Thema. “I’m sorry. I won’t ride - even with a horse I wouldn’t!” - “Only three Euro.” - Ok, ich muss mich auf einfaches Englisch beschränken, “no!”
Er verstand. Ansonsten können die meisten Ober und Verkäufer gut bis sehr gut englisch. Besonders wenn es ums Geschäft geht. Small talk muss ja eigentlich auch nicht sein. Der Markt reguliert sowas ja immer sehr schnell…
Mit deutsch kommt man übrigens auch gut weiter. Wie gesagt, der Markt reagiert auf die Bedürfnisse, denn deutsche Touristen sind dort auch sehr stark vertreten…
Eines vorweg genommen: Ich versuchte einige Brocken griechisch zu lernen - aber ich versagte kläglich!
“Nein, die Seilbahn haben wir doch nicht nötig, gell’ Schatz?” Diese Suggestivfrage überzeugte meine Freundin. Wir gingen also zu Fuß hinab.
Nach 30 Minuten wurde mein Atem schwer.
Sehr schwer.
Wieso wollte sie eigentlich nicht mit der Seilbahn fahren? Hätte sie mich nicht mal überzeugen können?
Nachdem wir mit fast letzter Kraft unten im Hafen angekommen waren, meldete sich der Magen. Ich überschlug mein Barvermögen. Etwa 150 Euro. Das dürfte reichen für ein karges Mahl für zwei.
Wir freuten uns auf die sprichwörtliche griechische Gastfreundlichkeit - allerdings beim nächsten Griechen-Besuch im Stammrestaurant in der deutschen Heimat. Denn in Santorini gehen sie ihren eigenen Verkaufsweg. Man warnte uns schon vor der Reise vor der Tourismusmüdigkeit der Einheimischen gegen Ende der Saison.
Zu den saftigen Preisen kam also noch eine demütige Bittstellhaltung beim Ordern der Speisen. Das funktionierte prima. So wurden die Griechen und ich Freunde.
Kleiner Exkurs in Sachen Freundlichkeit auf Santorini: Tage später saßen wir in einem Restaurant in Ia an der Nordküste, in dem uns die Besitzerin erklärte, dass sie das ewige “Bitte’ und “Danke” satt habe und es einfach aus ihrem Wortschatz “verbannt” hätte. Kein Witz. Allerdings konnte ich mir beim Verlassen ihres Lokals nicht verkneifen, auf ihren “Schönen Tag noch”-Gruß mit einem breiten Grinsen zu antworten: “Thank you!”
Also der Santoriner Sevicebereich und ich hatten uns also auf eine eigene Art der Kommunikation geeinigt. Ich war schleimig freundlich, dafür bekam ich alles, was ich wollte.
Das Essen war saugut. “Käse Saganaki”. Hatte ich das schon vorher mal gegessen? Keine Ahnung, aber so gut hatte es jedenfalls noch nicht geschmeckt. Es landete auf Anhieb in meinen Top 10.
Der Hafen beherbergt eigentlich permanent einige Kreuzfahrtschiffe und Fähren, die für einen Tag oder nur ein paar Stunden anlegen, während die Urlauber dann die Insel heimsuchen können.
“Upstairs with a donkey?” - “Sorry, we just arrived down here.” - “Only 3 Euro!” - Mist, ich vergaß. “No!” Es nervte langsam.
Die überall angebotene Rundfahrt mit einem Besuch auf der Vulkaninsel Nea Kameni gegenüber der Caldera nahmen wir uns für einen der nächsten Tage vor. Ansonsten Souvenirläden quer durch den Hafen.
“Hey, Donkey? Only 3 Euro!” - “Nein!!” (Ich übersetzte nun auch nicht mehr)
Wir fuhren mit der Seilbahn wieder hoch nach Thira, genossen weiterhin den Ausblick auf die beiden Vulkaninseln Nea Kameni und Palea Kameni vor der Caldera sowie alle angebotenen Waren in den Geschäften. Der Wirtschaftsverbund santorinischer Handelsleute freute sich noch mehr über unser Geld.
Am Ende des ersten Tages war ich zum ersten Mal pleite.
Am zweiten Tag nach dem Frühstück ging es ab ans Meer. Auf der Ostseite Santorinis gegenüber der westlichen Caldera lag der kilometerlange Strand. Kein Sand, aber feines kieselartiges Gestein. Sehr Badeurlauber-freundlich. Es lässt sich sehr angenehm darauf gehen, man hat aber nicht die Unannehmlichkeiten des Sands in der Hose nach dem Badegang. Sollten sich die Mittelmeer-Urlaubsanbieter mal ansehen. Wäre ein toller Exportschlager für Santorini.
Man empfahl uns Perivolos, südöstlich der Badehochburg Perissa gelegen. Um diese Zeit ist da nie jemand, so sagte man uns. Selbst in der Hauptzeit soll es dort nicht sehr voll sein.
Wir waren tatsächlich die einzigen weit und breit an diesem Strand. Und das Wasser war noch über 20 Grad warm. Die Prognosen diesbezüglich bestätigten sich also. Ein schöner Tag. War es wärmer als tags zuvor? Hm, ich vermutete schon.
Gegen Nachmittag wollten wir wieder nach Thira. Wir stellten uns an die Bushaltestelle und warteten.
Und warteten.
Wer erwähnte eigentlich den “regelmäßigen und reichlichen Busverkehr”? Ein Fahrplan war nicht auszumachen an der Haltestelle. Auch die befragten Einheimischen zuckten nur mit der Schulter.
Nach über einer halben Stunde gingen wir zurück an den Strand, um eine Kleinigkeit zu essen. Wir kratzten unsere letzten 20-Euro-Scheine zusammen. Natürlich “Käse Saganaki”. ![]()
Aha, das ist der Rahm des Ziegenkäses, meint der Ober. Ich dachte, ich mag gar keinen Ziegenkäse.
Der Ober sprach gut deutsch: “Fährt der Bus denn überhaupt noch im Oktober?” Diese Gegenfrage des selten netten Restaurant-Bediensteten ließ mein Lächeln erstarren. Wir versuchten es aber trotzdem nochmal, mit der bitteren Aussicht, die 12 bis 13 km notfalls eben zu Fuß zurückzulegen.
Wo sind die verdammten Eseltreiber eigentlich, wenn man sie mal braucht???
Aber das Glück war auf unserer Seite. Kaum auf der Hauptstraße angekommen, kam ein Bus um die Ecke. ![]()
Die Busse fahren im Oktober einmal in der Stunde. Von Thira aus in alle Richtungen. Trotzdem verständigten sich meine Freundin und ich darauf, für den nächsten Tag ein Auto zu mieten. Am Abend wurde dieses Vorhaben mit der Pensionsleiterin besprochen. Am nächsten Morgen sollte um 9 Uhr morgens für 25 Euro ein Auto vor der Tür stehen.
Das tat es dann auch.
Der Fahrtwind (nein, kein Cabrio, aber die Fenster permanent offen) lenkte davon ab, dass es wieder ein wenig wärmer war. Schätzungsweise schon 27 Grad. Und abends konnte man nun auch im T-Shirt an der Caldera einen Cocktail nehmen.
Wir schauten uns den Tag über die ganze Insel an. Wir fingen im Süden der Insel an. Ab nach Akrotiri, ganz im Südwesten der Insel gelegen, zu den Ausgrabungsstätten. Dort wurden Überreste eines 3700 Jahre alten Dorfes gefunden, das nun als eine weltweit angesehene Archäologie-Stätte gilt.
Kleiner Exkurs in Sachen “Frauen und Straßenkarten”: Wir fuhren um kurz nach 9 Uhr los mit Ziel Akrotiri. Nachdem wir dann aber doch erst in Perissa (im Osten!!!) und danach in Vlychada (im tiefsten Süden!) waren, (”Schatz, wieso hältst du den Plan verkehrt herum?” - “Weil wir Richtung Süden, also nach unten, fahren. Da drehe ich ihn um, weil ich dann weiß, ob wir rechts oder links fahren müssen!”) kamen wir gegen 11 Uhr endlich in der Ausgrabungsstätte an. Imposant, aber nur etwas für Hobby-Archäologen, da nicht viel Spektakuläres zu sehen ist.
Danach zum Leuchtturm an die äußerste südwestliche Ecke der wie ein zunehmender Viertelmond aussehenden Insel (versteht jemand diesen Vergleich wirklich?). Ein majestätischer Anblick! Anschließend noch zum berühmten “Red Beach”.
Dann einmal quer über die Insel in den Nordwesten zum “Tomb Raider II”-Dorf Ia (auch Oia geschrieben). Dort wurde die Anfangssequenz für den Film gedreht. Und genauso göttlich wie im Film ist der Anblick auf die Caldera auch von Ia aus. Wir saßen sehr lange dort und genossen den Ausblick. Es hat schon etwas Surreales. Mindestens eine visuelle Computermanipulation. Das blauweiße Dorf, darunter ein Hang wie in Schottland, mitten drin eine alte Kirche und darunter der malerischste Hafen, den man sich vorstellen kann. Kann es eigentlich so nicht wirklich geben.
Ich beschloss, wenn ich mal durch Zufall zu Geld komme - ich meine VIEL Geld - dann kaufe ich diese alte Kirche und verbringe meinen Lebensabend dort. So ab 41, dachte ich.
Abends dann wieder rechtzeitig zurück in Thira für den täglichen Sonnenuntergang. Da kann man schon süchtig nach werden.
Am vierten Tag legten wir uns nach dem Frühstück erstmal an den hauseigenen Pool. Es war erstmals keine Wolke am Himmel zu sehen.
Die Wolken kamen auch nicht mehr.
Bei knapp 30 Grad war es einfach zu heiß für irgendetwas. Wir hatten uns auch eine Pause verdient. Lesend und bratend verbrachten wir den kompletten Tag am Pool und lasen die angebotene Lektüre “Schweizer Illu”, “Stern”, “Fokus” und natürlich die unentbehrlichen “Frau im Blick”, “Frau im Spiegel” und wo Frauen in den Gazetten dieser Welt sonst noch überall so sind (mein zur Freundin gerichteter Kommentar, weshalb es keine “Frau im Straßenkartenalltag” gab, quittierte diese mit Nichtachtung).
Abends bei weit über 20 Grad liefen wir dann nochmal hoch zu den Gassen Thiras, um unseren täglichen Abend-Crepe bei dem uns mittlerweile lieb gewonnenen Alex und seiner “NRG”-Bar einzunehmen.
Am nächsten Tag war es immer noch so heiß, aber wir hatten ganz fest den Besuch auf der Vulkaninsel Nea Kameni eingeplant. Also wieder runter zum Hafen Thiras (diesmal mit der Seilbahn), vorbei an den Eseltreibern (”Donkey ride upstairs, 3 Euro!” - “Mann, wir sind doch gerade erst hier unten angekommen!!!” Ich begriff, dass Menschen auch aus dem Klang der Worte ihre Schlüsse ziehen können) und zwei Tickets für zusammen 16 Euro erstanden. Allerdings sind auch die Abfahrtszeiten der Fähren nicht allzu genau zu nehmen. Wir mussten noch eine Stunde warten. Gingen am Hafen entlang und unterhielten uns weiterhin ein wenig mit den Eseltreibern - erst noch sehr einsilbig, bis wir die Vorteile des Ignorierens erkannten. Vielleicht war es auch mein resignierendes, entrücktes und geistige Verwirrtheit ausdrückendes Gesicht, dass uns schließlich Ruhe vor dem halben Dutzend “Donkeyrider” bescherte (sehen wir Mitteleuropäer denn eigentlich alle so gleich aus, dass ein und derselbe Eselanbieter innerhalb von wenigen Minuten mehrmals die gleiche Frage an die selben Personen richten muss - oder wollen die die “Touris” damit nur zermürben?).
Um 14 Uhr ging es dann rüber zu den Vulkanen, die alle sehr unspektakulär ihr Dasein fristen und auch für besonders Interessierte nicht anfangen zu spucken und zu speien. Auch auf meine erprobte unterwürfige, schleimige Freundlichkeit hin, lagen sie weiter nur motivationslos herum mit ihren riesigen Löchern. Aber was habe ich erwartet? Brodelndes Lava etwa? Oder riesige Feuerfontänen?
Auch die anschließende Fahrt zu den “Hot Springs”, den heißen Quellen, war eine recht ereignislose Zeit. Wir hielten irgendwo bei Palea Kameni, die kleinere der beiden Vulkaninseln, an und ein paar Leute sprangen ins Wasser. Es soll “etwas wärmer” gewesen sein. Schön.
Ansonsten konstatierte ich, dass ich Seereisen nicht mag. Mir wird ganz einfach übel dabei.
Abends wieder Crepes bei Alex und bummeln durch die vielen Gassen mit den kleinen Buden und Geschäften, in denen man so herrlich für eigentlich nichts Geld ausgeben kann.
Ich war zum wiederholten Mal pleite.
Letzter Tag in Santorini: Wir wollten nochmal über Ia herfallen. Meine Freundin hatte noch nicht genug Katzen und blaue Türen fotografiert. Das kann man dort hervorragend. Aber trotzdem: Katzen sind ja ok, aber was will man mit Unmengen von Fotos mit blauen Türen drauf? Vielleicht als Orientierungshilfe für Straßenkarten? Hahaha. Nein, kleiner Scherz. Sie macht einen Kalender daraus. Aber der Witz musste jetzt sein.
Zwei Kreuzfahrtschiffe lagen vor Fira. Mit den “flexiblen” Busverbindungen kommt man gut nach Ia (man passt sich mit der Zeit ja an). So fanden wir uns in mitten von Heerscharen von Tagesausflüglern aus Kreta und vom Festland wieder. Und alle hatten Fotoapparate dabei.
Ich knipste ein Pärchen aus Japan, Korea, Amerika und sonstwo. Mit ihren eigenen Apparaten natürlich. Man will ja auch mal zusammen auf einem Bild sein. Ich hatte ja Zeit. Meine Freundin knipste blaue Türen.
Außerdem saß ich sozusagen im Garten meines zukünftigen Hauses. Ich begrüßte halt alle meine Gäste.
Abends zum letzten Mal zu Alex, Abschied genommen mit einem NRG-Drink. Die Energie brauchten wir auch für den nächsten Tag und die 12-stündige Reise zurück in die KALTE, deutsche Wirklichkeit.
Die Flüge waren aber tatsächlich reibungslos. Meine Freundin und ich saßen in den Flugzeugen wirklich nebeneinander - und natürlich auch wieder in den Wartesälen der Flughäfen zwischen den Flügen. Und wir hatten viel Zeit noch ein paar tiefgründige Gespräche zu führen über blaue Türen, Straßenkarten (*kicher*) und der seltsamen Aufforderung der Griechen, kein Papier ins Klo zu schmeißen. Nein, auch das “benutzte” nicht. Dafür steht ein Eimer in jedem WC.
Also mit Kläranlagen haben die Griechen es zwar nicht, aber das Wetter ist einmalig, sogar noch im Oktober. Und Santorini ist (m)eine Trauminsel. Ich werde auf alle Fälle wieder hinfliegen. Das rate ich übrigens jedem, der es jetzt bis hier geschafft hat in diesem Urlaubsbericht.
Aber die Kirche gehört mir, hört ihr! Die kaufe ich noch.
Irgendwann.
