Ein politischer Blog (der längst überfällig war!)

Ich nehme den Post eines FB-Users zum Anlass, ein Versprechen einzulösen, das ich vor der Bundestagswahl gab, mich (mal wieder) deutlich dazu zu äußern, weshalb ich die FDP als Plage und gesellschaftszerstörerisch betrachte. Nicht, dass ich damit je hinterm Berg gehalten hätte in meinen Blogs, aber das ist leider schon länger her. Glücklicherweise waren die Freidemokraten bundesweit vier Jahre lang abgemeldet. Das kann sich ja nun ändern, deshalb ist ein kleiner politischer Blog zum Thema FDP wieder notwendig.

Kommen wir zu der Aussage bei Facebook, die sehr einfach den Unterschied zwischen Links und Rechts erklären sollte. Es war etwa folgender Wortlaut: „Die FDP ist per Definition die rechteste Partei in Deutschland, denn rechts: Stärkung des Individuums – links: Stärkung der Masse gegenüber dem Individuum.“

Das ist, wie ein anderer User daraufhin einwarf, extrem schwarz-weiß gezeichnet und ist, was ich einwerfe, nicht nur nicht ganz korrekt sondern eher falsch erklärt.

Wenn wir es einfach belassen wollen, stimme ich der Aussage zu, dass die FDP das Gegenteil der Partei Die Linke darstellt. Das bedeutet allerdings nicht gleichzeitig, dass die Liberalen eine rechte Partei sind. Eher sogar im Gegenteil. Denn die FDP stärkt zwar das Individuum, vergisst dabei jedoch die Masse. Und das würde eine Rechte Partei niemals dulden. Da geht es um Nationalismus, um „mir san mir“ (wie ich diesen Spruch der Bayern scheiße finde!), also eine kollektive Identität, der sich alle fügen bzw. unterordnen sollen (deshalb sage ich bei jeder Gelegenheit übrigens auch, dass die Menschen in der UdSSR und der DDR in keinem Sozialismus sondern in einer Rechten Parteiendiktatur gelebt haben).

Da ist die FDP ganz anders. Ja, sie fördern das Individuum, sie adaptieren für Deutschland den Amerikanischen Traum vom Tellerwäscher zum Millionär, sie sagen den jungen Leute, dass es jeder schaffen kann. Die sehr hippe und jungendliche Werbekampagne Christian Lindners war Ausdruck dieser Botschaft. Deshalb wurde er ja auch als BRAVO-Boy tituliert.

Die FDP würde ich als politische Speerspitze des Kapitalismus eher mit den Republikaner in den USA vergleichen.

Dass es natürlich niemals „jeder schaffen kann“ liegt allein schon im kapitalistischen System begründet, bei dem einige oder wenige gewinnen und mehr oder viele verlieren. Kapitalismus ist der legale Weg, die Menschen auszubeuten. Nicht nur wirtschaftlich, durch eine „marktorientierte“ Preispolitik sondern auch persönlich und gesellschaftlich (Verlust der Teilhabe am Wohlstandsstaat sowie der Zwang zu schlechtbezahlter Arbeit).

Während die Linke eine gerechte Verteilung (gerecht ist übrigens nicht, wenn es der bekommt, der am meisten bezahlt sondern wenn alle Menschen das Gleiche bekommen!) propagiert, ein einheitliches Gesundheitssystem, ein einheitliches Rentensystem und staatliche Kontrolle der lebenswichtigen Ressourcen (Wasser, Nahrung, Öl, Strom, Wohnraum) fordert, sind die Liberalen für „Marktkontrolle“, Kürzungen der „Transferleistungen“ (wie Arbeitslosengeld, Hartz IV und auch die staatliche Rente) und natürlich Steuersenkungen. Damit werben sie ja bei jeder Wahl. Und wenn Otto Schlechtverdiener hört, dass er „mehr Netto vom Brutto“ bekommt, dann ist er Feuer und Flamme für eine Partei, die eigentlich den Todesstoß für das untere Drittel der Bevölkerung Deutschland bedeuten kann.

Denn welcher Staat kann mehr für die Alten, Hilflosen, Zurückgebliebenen und Schwachen der Gesellschaft tun – ein starker Staat, der viel Steuern zur Verfügung hat, der die wichtigsten Lebensbausteine unter Kontrolle hat oder ein Staat, der wenig Steuern einnimmt und der dem kapitalistischen Markt die Kontrolle über die finanziellen Geschicke des Landes überlässt?

Deshalb halte ich die FDP für das Übel in der kommenden Regierung, falls es zu einer schwarz-gelb-grünen Koalition kommen sollte.

….aber rechts sind die Liberalen eben nicht wirklich.

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