5 vor 12

Es ist wieder Zeit für eine Ansprache. Denn die Welt geht ganz gehörig den Bach runter, da kann man eben nicht still sitzen und zusehen. Oder anders gesagt, wenn sie schon untergeht, dann aber immerhin kommentiert von mir. Kämpferisch.

Man mag es nicht glauben, aber gestern wurde in Amerika eine Person als Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt, der das Potenzial hat, tatsächlich die Apokalypse dieser unserer Erde loszutreten. Ein Mann mit der Emotionalität eines Bruce Banner.

Ich wollte es bis zuletzt nicht glauben, dass dieses Volk wirklich einen Donald Trump wählt. Ich habe immer wieder an einen großen Spaß von Hape Kerkeling, Jan Böhmermann oder Extra 3 geglaubt. Anhaltende Manipulation der Satellitenübertragung aus dem Westen mit gleichzeitiger kollaborativer Miteinbeziehung aller Printmedien.

Die USA hat es wirklich wahr gemacht und einen gefährlichen Psychopathen zu ihrem Führer ernannt. Alle schlechten Hollywood-Filme der vergangenen Jahrzehnte, in denen absurde Helden und Anti-Helden den Posten des obersten Verteidiger der Freiheit und der westlichen Werte einnahmen, sollten doch nur unterhalten – nicht die Basis dafür schaffen, dass eine solche Figur tatsächlich akzeptiert und gewählt wird.

Geben wir also der Unterhaltungsindustrie die Schuld daran. „Independance Day“, „Abraham Lincoln Vampirjäger“, „Air Force One“ und wie sie nicht alle heißen, mangelt es an Realität in Bezug auf den US-Präsidenten. Da mag man als Amerikaner vielleicht patriotisch mit der Gänsehaut auf dem Handrücken die Träne im Augenwinkel trocknen, aber es führt leider auch dazu, dass er schließlich jedem Hanswurst den Job zutraut, der sich geschickt in Szene setzen kann. Auch einem selbstverliebten Verrückten, der Betriebswirtschaft nicht von Volkswirtschaft unterscheiden kann und meint, er wäre allmächtig.

Na gut, vielleicht ein bisschen übertrieben diese Kausalität, aber ich überlege mir seit Monaten wie es dazu kommen konnte.

Wobei wir selbst in Deutschland in diesem Jahr vor einer richtungsweisenden Wahl stehen. Denn auch die Menschen hierzulande laufen wie Nagetiere hinter den rechten Rattenfängern wie Björn Höcke hinterher, der seine wahre Gesinnung sehr schön in einer Rede am vergangenen Dienstag in Dresden präsentierte. Unverhohlener Rechtsradikalismus. Und die Menschen stehen davor und jubeln ihm zu.

Ich fühle mich nicht mehr in einer Parallelwelt wie ab und zu in der Vergangenheit mal, wenn mein Verstand etwas nicht akzeptieren wollte, was nicht in diese Welt passte. Denn leider ist aus dieser Parallelwelt nun eine bittere Realität geworden, in der ich leben muss. Und da ist es jetzt Zeit aufzustehen, sich klar zu bekennen und auf diesen Wahnsinn hinzuweisen. Immer wieder. Bis es weh tut. Und auch der Letzte begreift, dass auf „Für Politik interessiere ich mich nicht“ schon bald folgt: „Das muss dich nicht interessieren, tu was ich dir sage!“!

Es ist Fünf vor Zwölf!

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