Wahlwerbung

So, Mädels, jetzt mal Tacheles. Morgen ist Bundestagswahl. Und da erwartet ihr ja wie immer eine Wahlwerbung von mir. Hier kommt sie.

Schauen wir aber erstmal vier Jahren zurück. Da wurde das TV-Duell vom damaligen SPD-Kandidaten Steinmeier ja noch schläfriger geführt als vor zwei Wochen von Peer Steinbrück.

Aber mal ehrlich, „Pannen-Peer“ hätte den Stinkefinger auch Angi zeigen können, das würde ihn auch nicht retten vor der morgigen Niederlage. Denn wir müssen uns wohl weitere vier Jahre mit „Mutti“ zufrieden geben.

Man könnte natürlich darauf hoffen, dass die FDP die Fünf-Prozent-Hürde nicht schafft, aber erinnern wir uns an die Schleswig-Holstein-Wahl Anfang vergangenen Jahres, als die Zweitstimmen-Kampagne dem FDP-Mann-Kubicki überraschend mehr als 8 Prozent einbrachte. Und genau so wird es wahrscheinlich morgen laufen. Brüderle hat ja nun schon um Zweitstimmen gebettelt und die CDU-Wähler – sowieso gerade von der rechten Seite durch die AfD angegriffen – wollen ja möglichst in der heutigen Konstellation weiterregieren.

Und die Opposition? Da haben wir eben jenen Peer Steinbrück und z.B. Jürgen Trittin. Super! Irgendwie die selben Figuren, die uns die unsoziale Schröder-Ära mit eingebrockt haben (Agenda 2010, Hartz IV, Rente mit 67).

Bleiben noch die Linken. Mit denen will immer noch keiner spielen. Wobei meine Heimatzeitung mittlerweile die Prügel zur linken Seite fast eingestellt hat. Offenbar erkennen auch Journalisten, dass nur eine starke Linke die SPD wieder auf den rechten linken Pfad zurückbringen kann. Ich wette immer noch, dass unser letzter sozialdemokratische Kanzler, Willy Brandt, mit Lafontaine zu den Linken gewechselt wäre.

Und wenn ich mir manche Reaktionen auf meine sympathischen Aufrufe zu sozialer Politik (;-) ) so anschaue, dann kommen die von den Leuten, die sich genauso über steigende Sprit- und Ölpreise aufregen, über die Enenrgieversorger-Lobby den Kopf schütteln und vehement gegen die Privatisierung von Wasser kämpfen. Ja, da macht es natürlich Sinn, die FDP zu wählen.

Apropos aufgeklärter Mensch: Auf ein Hinweis zu Gregor Gysi („Gysi, Kanzler der Herzen“), derzeit mein Lieblingspolitiker, bekam ich bei Facebook postwendend einen Kommentar, der lautete: „Ein Kommunist…“

Das brachte mich wieder mal auf die bittere Tatsache, das 100 Jahre angeblicher Kommunismus und Sozialismus diese beiden Begriffe völlig negativ belegt haben.

Da gibt es kein Entkommen mehr. Sozialismus ist unser aller Tod! Jawoll! Ich habe übrigens auf den Kommentar geantwortet: „Oh Gott, ein Kommunist!! Jagd ihn!! Hängt ihn!! Mein Gott, wann erkennt ihr eigentlich, dass der Kapitalist euer Feind ist?“

Es ist doch sowieso sinnlos, den Leuten zu erklären, dass all die Sozial- und Kommunisten der Welt genau diesen nicht praktizieren oder praktiziert haben, sondern schlicht eine Parteiendikatur!

Deshalb verwende ich lieber den Begriff „sozialdemokratisch“. Eine soziale Politik, die den Menschen in den Mittelpunkt setzt und wo der „Markt“ für ihn da ist. Und nicht anders herum.

Der Markt, der Markt!

Wenn ich dieser Stuss höre, kriege ich Ausschlag! Gemeint sind zu allererst die Börsen. Aber gut, darüber will ich mich nicht schon wieder auslassen, heute ist Wahlwerbung.

Deshalb gehet nun hin und macht euer Zweitstimmen-Kreuz an die Linke Stelle. Versucht die SPD und die Grünen dazu zu zwingen, mit einer rot-rot-grünen Regierung das Steuer zu mehr Menschlichkeit und Sozialer Gerechtigkeit herumzureißen.

So tut wie euch geheißen wurde, meine Schäflein.

Sonst wird Papi böse. 😉

Und wenn ihr es trotzdem nun gar nicht vermeiden könnt eine andere Partei (also die SPD oder die Grünen, der Rest ist ja unwählbar 😉 ) zu bekreuzen, dann tut das eben. Hauptsache ihr geht überhaupt zur Wahl!

Danke.