Posted by Marino on Nov 16, 2009 in
Gesellschaft,
Ich
Die Hysterie um Robert Enke nimmt gerade wieder ein vergleichsloses Ausmaß an. Ich frage mich, wieso immer alles medial so groß aufbereitet werden muss. Was haben die Menschen in Baden, Bayern oder Hessen mit Robert Enke zu tun, so dass fünf Fernsehstationen darüber berichten müssen, wie unsere Nr. 1 auf dem Mittelkreis (???!!!) aufgebahrt wird?
Individuelle Trauer ziehe ich da der kollektiven definitiv vor. Aber das soll keine Kritik sein, viele verarbeiten ihre Trauer ja besser in der Gemeinschaft. Ist nur meine Meinung.
Kuriose und bemerkenswerte Todesfälle konnte ich auch heute meiner Heimatzeitung entnehmen. Da starb eine 68-Jährige, weil sie auf einer Rolltreppe im Frankfurter Hauptbahnhof hinfiel und sich ihre Kleidung in dem Roll-Mechanismus verfing. Sie wurde stranguliert.
Oder der Tod eines jungen Mannes, der von drei Kannibalen in Moskau getötet und verspeist wurde und - jetzt kommt es! - die Reste von ihm offensichtlich an einen Döner-Imbiss verkauft. Mahlzeit!
Das habe ich mir nicht ausgedacht, steht wirklich heute in der Presse!
Ich sagte ja nun schon zum wiederholten Mal, dass das alles nur am November liegt. Deshalb nehme ich mir im November jetzt auch immer Urlaub. Dann ist er auch nicht mehr so trostlos. In den nächsten zwei Wochen werde ich also zu Hause sitzen, die Decke über den Kopf ziehen und warten bis endlich Dezember ist. Der Weihnachtsmonat. Mit fröhlichen Gesichtern und besinnlichen Tagen.
Eingekauft habe ich genug für 14 Tage. Also jetzt aufs Sofa und DVD-Sammlung rausgeholt. Ihr seht mich dann im Dezember wieder. Viel Spaß noch, ich tauche ab sofort unter!
Macht’s gut!
Posted by Marino on Aug 19, 2009 in
Gesellschaft
… anderen weniger. Deshalb möchte ich heute mal auf ein Projekt hinweisen, das derzeit und in Zukunft von meiner virtuellen Heimat, den Erdbeerfeldern, unterstützt wird. Dabei ist es eher unwichtig, dass unter anderem die beiden noch lebenden Beatles das “Lakota Village Project” genauso unterstützen.
Lest und entscheidet selbst, ob ihr euch uns anschließt.
Die Pine Ridge Reservation in Süd Dakota, U.S.A., Heimat der Oglala Lakota (Sioux) Indianer, gilt als das ärmste Gebiet der U.S.A. Die Lebensbedingungen der indigenen Bevölkerung haben wenig mit dem Erscheinungsbild eines reichen Industriestaates zu tun, sondern lassen sich eher mit der Situation in einem »Dritte-Welt-Land« vergleichen.
Apathie, Resignation und Depression sind das Ergebnis dieser, seit langem existierenden Tatsache. 60% der Lakota leben unterhalb der offiziell festgesetzten Armutsgrenze. Die Arbeitslosigkeit liegt bei 85%, und ebenso hoch wird die Alkoholikerrate vermutet.
Das Reservat weist innerhalb der U.S.A. die höchste Zahl an Diabetes-, Herz- und Krebserkrankungen u. eine erschütternd hohe Selbstmord- und Säuglingssterblichkeitsrate auf. Die durchschnittliche Lebenserwartung wird von den Behörden mit 48 Jahren angegeben. Es ist an der Tagesordnung, daß bis zu 40 Personen auf einer Wohnfläche von 50 qm leben müssen.
Das Image des stolzen und edlen Oglala-Lakota wie man es aus dem Film »Der mit dem Wolf tanzt« kennt, hat nur noch wenig mit dem Alltag eines, um das Überleben kämpfenden Volkes zu tun. Von insgesamt 60.000 Lakota leben ca. 20.000 im Pine Ridge Reservat. Die Wirbelsturm-Katastrophe im Juni 1999 war Anlass, ein seit langem geplantes »Hilfe zur Selbsthilfe-Programm« mit den Lakota zu beginnen.
Die Lakota und ihre Kultur sind vom Untergang bedroht!
Die bestehenden Probleme auf Pine Ridge müssen von innen heraus gelöst werden, d.h. von den Lakota selbst, indem sie den Weg zu ihrer eigenen Kultur und Tradition wiederfinden. Es muß eine menschenwürdige Lebensform gewährleistet werden, unter Einbindung ihres traditionellen Lebensstils, aber auch moderner Alternativ-Methoden.
Damit sie aber diesen Weg wieder finden, brauchen sie dringend Unterstützung und Starthilfe. Ähnlich zu bereits bestehenden indianischen Projekten einiger anderer nordamerikanischer Gruppen, sollen in Zusam-menarbeit mit Lakota-Familien auf der Pine Ridge Reservation Selbsthilfe-Modelle, sog. Sustainable Self-Sufficient Communities entstehen sowie der Aufbau eines eigenen Wirtschaftsverbundes im Reservat.
Das LAKOTA VILLAGE PROJECT, welches von Sir Paul McCartney am 11.Dezember, 1999 in der Sendung “Wetten, dass…” erstmals vorgestellt wurde, basiert auf dem indianischen Gemeindegedanken und Großfamilienkonzept einer »Ti O spaye« und dient dem Zwecke der Selbstversorgung und Arbeitsplatzbeschaffung. Das Selbsthilfekonzept wurde gemeinsam mit den Lakota erstellt - ausgerichtet nach deren Bedürfnissen und den gegebenen Möglichkeiten.
Langfristiges Ziel ist der Bau (unter Verwendung regionaler Naturmaterialien wie Lehm, Hanf, Holz), eines Öko-Dorfes mit Wohnhäusern, Werkstätten, gewerblichen und gemeinnützigen Einrichtungen, einer Gartenanlage mit Gewächshaus und einer Windenergie-Farm.
Der Schwerpunkt von LVF (Lakota Village Fund e.V.) liegt im Beschaffen von Arbeitsplätzen und Bau von Unterkünften. Der auf dem Reservat angebaute Nutzhanf könnte den Indianern den Aufbau einer eigenen Industrie, sowohl im Bau-Bereich, als auch für Textil-/Papierverarbeitung ermöglichen.
Der Prototyp des ersten Hanfhauses wurde nach der Tornadokatastrophe im Juni 1999 erstellt und befindet sich im Slim Butte Distrikt. Das Hanfschindel-Dach wurde von Spendengeldern des LVF finanziert.
Kurz- und mittelfristige Ziele sind Ausbildungsprogramme im Hausbau-Bereich, wo in Zusammenarbeit mit Experten verschiedene Hauskonstruktionsmodelle mit den Lakota getestet werden. Die daraus resultierenden Häuser dienen gemeinnützigen oder gewerblichen Zwecken.
Zusammen mit dem Biologen Richard Sherman und anderen kräuterkundigen Indianern wird derzeit an der Produktentwicklung einer Native American Productline gearbeitet. Tees, Öle, Nahrungsergänzungsmittel und Kosmetikprodukte sollen im Reservat hergestellt werden. Verwendet werden Pflanzen aus der Region und den Black Hills. Richard ist Minneconjou Lakota und Vorstandsmitglied der Oglala Sioux Parks. Hierbei beschränkt man sich ausschließlich auf Gesundheitsvorsorge und Kosmetik. Das medizinische Wissen und in diesem Zusammenhang spirituelle und schamanistische Einflüsse werden aus Respekt vor der indianischen Religion nicht angetastet.
Ein weiteres Ziel des LVF ist das Fördern medizinischer Grundversorgung und Verbesserung der Lebensqualität. In Zusammenarbeit mit der Porcupine Clinic wird derzeit an einem Diabetes Präventions Programm für Kinder gearbeitet. Die Finanzierung eines angegliederten Mutter-Kind-Hauses mit gesundheitsfördernden Programmen speziell für Kinder ist geplant. LVF-Mitglied Dr. Alexandra v. Kühlmann, welche u.a. für die Organisation »Ärzte ohne Grenzen« tätig war, wird unterstützend vor Ort mitarbeiten. Sie hat an Hilfsprojekten in Nepal, Afrika und im Kosovo mitgewirkt.
Infos stammen von der Website des Vereins: http://www.lakota-village.de
Wer spenden möchte, kann das unter folgenden Kontoverbindungen:
Erdbeerfelder.de-Spendenkonto:
Frank Badenius
Sparkasse Harburg-Buxtehude, BLZ: 207 500 00
Kontonummer: 358 002 90 92
LVF Spendenkonto:
Lokota Village Fundraising
Münchner Bank, BLZ: 701 900 00
Kontonummer: 847 410
Posted by Marino on Aug 2, 2009 in
Gesellschaft,
Ich
Was für ein schönes Wochenende. Manchmal klappt einfach alles oder ist besonders schön. Und dazu gehörte an diesem Wochenende unter anderem auch einfach mal am Samstag Abend zu Hause zu bleiben. Sich der Gesellschaft anderer Menschen zu entziehen.
Ist ja gerade Maschseefest in Hannover. Wenn man aber sowieso ein paar Stunden dort musikalisch zu Werke geht, hält sich die Begeisterung darüber, nochmal hinzugehen, so ganz privat, arg in Grenzen. Zumal ich in ein Alter komme, wo ich lieber mit mir allein bin als in riesigen Trauben voller Menschen. Das war anders als ich ein junger Spund war. Da konnte keine Party groß genug sein, kein Menschenauflauf zu unübersichtlich, als dass ich mich darin nicht wohlgefühlt hätte.
Aber mit den Jahren bin ich ja auch mal grundsätzlich ein Typ geworden, dem fremde Menschen einfach nur mal so pauschal auf den Sack gehen. Wobei ich mich frage, ob ich als ich jung war nur einfach zu unkritisch war, ob es mir einfach nichts ausmachte oder ob die Menschheit früher einfach geiler war.
Nein, Letzteres kann ich mit Sicherheit ausschließen.
Ich fühle mich allerdings zusehends unwohler in größeren Massen, wenn ich die Leute nicht kenne. Besonders, wenn es sich um Feste wie Schützen-, Frühlings, Altsstadt- oder Maschseefeste handelt. Eigentlich ist sowas ja auch nur ein weiterer Vorwand, um sich wieder mal jeglicher guter Manieren (äh, “soziale Kompetenz” nennt sich das ja jetzt
) zu entledigen und “lustig zu sein”.
Nun, ich bin nie lustig. Ich trinke ja sehr selten Alkohol und kann dann also folglich auf Parties und anderen Gelegenheiten auch überhaupt nicht lachen oder Spaß haben. Ich bin generell ein ziemlich sauertöpfiger Mensch, der das Leben einfach viel zu Ernst nimmt.
Deshalb kann ich eben ja auch nicht mit diesen lustigen Leuten umgehen, die mit ein bisschen Alkohol alle ihre Hemmungen verlieren und mal so richtig die Sau raus lassen. So mit schön Kotzen zum Schluss! Sonst war es ja umsonst.
Nein. Ich gehe auch nach meinen Konzerten nächste Woche nicht über das Maschseefest, habe ich gerade beschlossen. Ich will lieber zu Hause einsamen.
Oder heißt das “allein sein” … ??? *kicher*
Posted by Marino on Jul 15, 2009 in
Gesellschaft,
Ich,
Musik
Nun werde ich ab und zu mal gefragt, ob ich überhaupt noch am normalen Leben teilnehme, weil ich ja bekanntlich in meiner eigene kleinen Welt lebe und niemanden auch nur in die Nähe der selbigen lasse. Oder wie es John so schön sagte: “No one I think is in my tree.”
Ich mache mir halt meine eigenen Regeln und Präferenzen. Die habe ich jetzt ganz aktuell wieder mal modifiziert. So ging das ja auch nicht mehr weiter. Zu viele Termine innerhalb von zu wenig Zeit. Da muss man Entscheidungen treffen und sich auf das Wichtige fokussieren.
Prioritäten setzen, ist das Stichwort. Und diese Priorität lag in den vergangenen drei Wochen bei den meisten Menschen nicht bei der offensichtlich letalen Bedrohung der Weltbevölkerung durch die Schweinegrippe, nein, etwas anderes nimmt immer noch den ganzen intellektuellen Raum ein, der das eigentlich vorhandene Vakuum zwischen den Ohren der tumben RTL-Seher und BILD-Leser völlig ausfüllt.
Michael Jackson.
Der Mann durfte nicht mal in Ruhe sterben. Und eigentlich wollte ich die nun beginnende 150jährige Totenwache der Fans vor seinem Grab nicht stören, wurde aber gebeten, doch noch meinen Kommentar dazu abzugeben. Und da wir gerade die Sommer-Wunsch-Wochen haben (dabei fällt mir ein, dass die Zuschauer sich früher in den Ferien den Spielfilm am Samstagabend per Telefonvotum selbst auswählen durfte), mache ich das mal (weitere Wünsche werden noch angenommen!).
In den 80er Jahren bis Anfang der 90er war er wirklich “The Man, who …”. Er war das, was die Beatles in den 60ern waren. Er brachte eine Platte heraus und die ganze Welt hörte hin und folgte ihm musikalisch. Dann war er wohl einmal zu viel mit Kindern zusammen, sein Stern sank, die Musik in seinem Kopf wurde verdrängt von völlig unkreativen Dingen wie Schweigegeldzahlungen, Anwälten, Gerichten und hinzu kamen in der Folge natürlich auch die unvermeidlichen pharmazeutischen Handelsvertreter.
Und plötzlich, kaum, dass er dieser Welt den Rücken drehte, fallen alle Menschen in ein kollektives Jammern und Heulen. Sie kaufen alle seine neuen Platten… ach, nein, halt, die sind ja alle schon so um die 20 Jahre alt. Doch das fällt ja keinem auf, weil das jetzt mal sein muss mit der übersteigerten und völlig irrealen Begeisterung für den “King of Pop”.
Mein Gott, der Mann war 15 Jahre lang musikalisch nicht mehr relevant! Kommt mal runter! Er hatte seine große Zeit, er hat tolle Platten gemacht, die sogar ich gut finde, aber er war zuletzt menschlich leider auch total neben der Spur.
Und nein, er wurde nicht ermordet. Nein, er ist auch nach drei Tagen nicht von den Toten wieder auferstanden. Und nein, ich vermisse ihn jetzt genauso wenig wie in den letzten Jahren.
Ein paar Songs von ihm in meiner iTunes-Playlist und das war’s. Ach, und noch eins: Sein Getanze ist mir immer auf die Eier gegangen! So ein Hype aber auch! *kopfschüttel*
Tja, schon interessant, wenn ich mir dabei vor Augen führe, was die Leute wahrscheinlich sagen werden, wenn ich mal von meinem Baum herunter komme und sterbe. Es wird nur heißen: “Die Lücke, die er hinterlässt, wird ihn vollständig ersetzen!”
Posted by Marino on Jul 5, 2009 in
Gesellschaft,
Ich
Ich habe meinen Heiligen Gral am Freitag Abend ausgepackt und in Betrieb genommen. Jetzt kann mir eigentlich nichts mehr passieren. Ich weiß alles, ich kann alles, ich bin ein Geiler!! Ich habe nun das Wissen der Menschheit in der Hand. Mit diesem kleinen Kasten bin ich Gott, denke ich.
Ja, ja, ihr Oberschlauen meint nun anmerken zu müssen, dass man das auch alles in einem normalen Computer findet. Aber Obacht, meine Lieben, dem ist nämlich nicht so! Versucht mal, im Dunklen den Weg zu erleuchten mit einem Laptop - ich habe das App “Lampe” - oder mit einem Motorola-Handy den Fotorahmen an der Wand zu justieren - ich habe “iWasserwaage”!! Wer braucht noch eine Eieruhr - ich habe “Buggy”! Wer braucht einen Lautstärkemesser - ich habe “Decibel” an meinem Gral! Ha!
Man kann neben dem Navigieren (es hat ja einen Kompass!) sogar Bier trinken mit dem iPhone (”iBier”) und - als besonderes Feature: sogar telefonieren! Obwohl ich dieses Tool schrecklich gestrig finde, da ich ja auch “Facebook”, “MySpace”, “Skype”, “Twitter”, “ICQ”, “AIM” und den “Yahoo-Messenger” habe. Normales Internet sowie Mails, MMS, SMS gehen natürlich auch. Ist klar. Videos, Sprache und Fotos aufnehmen sind auch kein Problem. Musik, Movies, Podcasts, TV-Sendungen abspielen - geht alles, sogar inkl. Filmschnitt.
Tjaaaaa, wenn man also alles hat, was bleibt einem dann noch an Wünschen, an Zielen? Das haben sich die alten Gralsritter und Legionen von nach dem iPhones 3GS Suchenden niemals gefragt - was hätten sie gemacht, wenn sie damals schon fündig geworden wären?
Ich habe darüber heute nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass wir jetzt, da wir die Suche nach dem Heiligen Gral nun abgeschlossen haben, Steve Jobs heilig sprechen, die Bibel durch ein Handbuch des Betriebssystems Mac Os ablösen und uns alle ein iPhone 3GS zulegen sollten.
Dann seid auch ihr Geile!
Amen.
Posted by Marino on Jun 24, 2009 in
Gesellschaft,
Politik
Im Urlaub hat man ja nun wirklich mal ein bisschen Zeit. Da kommt ein gemeiner Bundesbürger wie ich dann auch gern mal zu einer Status-Quo-Analyse. Nein, keine Überprüfung der eigenen Befindlichkeit, der eigenen Wünsche, Träume und Bedürfnisse. Das wäre zu viel der Reflexion. Nein, ich meine eher eine Analyse der aktuellen politischen und gesellschaftlichen Großwetterlage.
Schauen wir dazu doch einfach mal in meine Heimatzeitung von heute morgen. Nicht, dass mich einzelne Meldungen sonst kalt lassen würden, aber da fehlt mir dann doch häufiger die Zeit und die Muße, mich darüber hier im Blog zu echauffieren. Aber heute ist Urlaub. Heute ist Zeit.
Meist sind es ja die kleinen versteckten Meldungen, die meinen Herzrhythmus beschleunigen, nicht die großen. Also nicht die bedeutenden, wie heute beispielsweise die über einen gewissen Herrn Schröder (”CDU”-Kanzler a.D.), der in einer Schrebergartenkolonie (kein Witz!) ein bisschen Wahlkampf gegen, äh, für die SPD gemacht hat. Nun, Münte ist ja auch wieder da, wo ihn keiner braucht und nun also auch noch “Privatier” Gerd.
Ich habe bisher ja nie ein Hehl daraus gemacht, dass ich beide für eine chronische Krankheit am verlängerten Rückgrat der Sozialdemokraten halte. Ich muss mich da aber heute korrigieren: Sie sind das politische Krebsgeschwür der SPD! Und diese Partei bekommt es einfach nicht hin, sich chirurgisch von diesem Karzinom zu trennen. Aber ich wiederhole mich. Es wird mir also eine innere Genugtuung sein, dem weiteren Verfall meiner ehemaligen politischen Parteienheimat während des Wahlabends am 27. September beizuwohnen. Nicht, dass mir das Spaß machen würde, aber anders versteht es die SPD-Basis offenbar nicht. Lernen durch Schmerzen eben.
Nein, auch die Westerwelle konnte mich heute nicht emotional bewegen. Seine Krakeelerei nach Wertschätzung seiner Person in den Medien und in der gesellschaftlichen sowie politischen Wahrnehmung hat die Peinlichkeit ja schon längst überschritten. Er fühlt sich benachteiligt, weil die Öffentlich-Rechtlichen Medienanstalten in ihrer Haupt-Diskussionsrunde zur Wahl nur Merkel und Steinmeier für die Kandidatenrunde ausgewählt haben. Ja, doch, Guido, ist ja schon gut! Da fragt man sich doch, ob der keine Freunde hat, die ihm mal sagen, dass er noch ein paar Therapeutenstunden braucht?
Nein, alles nur Fülltext in der Tageszeitung. Vielmehr berührt haben mich heute einmal mehr die Kirchen. Jawohl. Und diesmal gleich beide Gottesinstanzen in harmonischer Eintracht. Sowohl die Katholen als auch die Evangelen haben sich darüber mokiert, dass die Landesregierung in Berlin zehn (!) verkaufsoffene Sonntage ins Ladenschlussgesetz der Bundeshauptstadt geschrieben haben.
Welch unverzeihlicher, gotteslästerlicher Frevel!!!
Aber so richtig bewegt haben mich dann die überlieferten Worte des Bischofs Wolfgang Huber, die er an das Verfassungsgericht gestern richtete. Und ich schöre, dass er das laut Zeitung wirklich so gesagt haben soll. Wobei ich das aber nicht ganz glauben kann, aber lest selbst:
“Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darinnen ist, und ruhte am siebenten Tage. Darum segnete der Herr den Sabbattag und heiligte ihn.”
…
Ich lass das nochmal sacken.
…
Und? Wie fühlt ihr euch? Ja, ne, entweder man bricht in schallendes Gelächter aus, erfährt eine holografische Spontanprojektion der Heiligen Madonna oder man wählt die Rufnummer der evangelischen Seelsorge, um sich nach dem Befinden des Bischofs zu erkundigen. Ich kann allerdings Entwarnung geben, dem Huber geht es den Umständen entsprechend gut. Er kann schon wieder Bauklötze nach Größe stapeln.
Ach, meine lieben Schäfchen, mit diesen besinnlichen Worten unseres großen protestantischen Sektenführers in Berlin-Brandenburg möchte ich für heute diesen Blog beschließen.
Amen.
Aber mal im Ernst: Nichts ist so interessant wie das echte Leben. Allein für solche Meldungen habe ich eine Tageszeitung abonniert. Sowas bringt mich echt durch den Tag.
Posted by Marino on Jun 4, 2009 in
Gesellschaft,
Ich
Ach, so schlimm war es dann mit der Erkältung doch nicht und ich bin relativ schnell wieder auf den Beinen gewesen. Aber wie war das noch mit “Country & Western”? Man bekommt es dann doch noch irgendwo im Zweierpack - bei mir natürlich im Kreuz! Gestern also, als ich wieder angefangen habe mit dem Sport, schießt mir doch eine suspekte, eremitäre Heil- und Kräuterkundlerin ins Kreuz. Wie, ihr versteht mich nicht? Mann, ich meine einen Hexenschuss!
Ergo bin ich wieder mal vom Schicksal gebeutelt (nein, das ist kein Jammern, das ist eine Status-Quo-Analyse! Rein wissenschaftlich für meine Lebensstatistik!). Zudem war ich heute Morgen auch noch beim Zahnarzt. Nein, nicht Kontrolle, sondern bohren, dieses fiese Druckluftgepuste und die Frage “Möchten Sie lieber eine Spritze?”
Pah! Bin ich ein Mann oder ein Mann? Ich finde diese Frage gegenüber einem Baum von einem Kerl wie mir eher herablassend. So schlimm ist das bisschen Bohren ja nun nicht. Also impliziert diese Frage immer auch ein “Na, du Lusche, jammerst und heulst du ganz gern mal bei dem geringsten Schmerzgefühl?” oder “Du Weichei siehst so weinerlich aus, dass ich dir wohl besser mal eine Spritze gebe, bevor du mir hier die ganze Praxis zusammenschreist!” …
Ich habe es natürlich ertragen wie ein Mann und bin danach erhobenen Hauptes zur Sprechstundenhilfe gegangen und ließ mir mit einem kühnen, maskulinumgetränken Lächeln zwei weitere Termine geben. Ein Zahn war dann nun wirklich genug, fand ich, und riss mich los, als der Dentist weiter behandeln wollte…
Und nun liege ich mal faul herum und schaue mir die letzten Folgen der 67er Staffel “Beat Club” an. Das ist meine Welt. Damals haben die Zahnärzte übrigens auch noch mit Holzhammer oder LSD narkotisiert. Wenn überhaupt. Da der Mann damals nämlich noch Bartwuchs bzw. generell Haarwuchs am Körper hatte - nicht so wie die heutigen Männer mit ihren rasierten Brüsten…
- hat man auch gern mal einen Zahn ohne mildernde Umstände gezogen bekommen. So als gestandenes Mannsbild.
Und noch 50 Jahre früher, hat man das alles noch selbst in der Küche mit einer Zange aus dem Werkzeugkasten gemacht.
Pah! Diese verweichlichte Männerschaft heute … tststs. *kopfschüttel*
Ach, ich glaube, ich werde mir jetzt mal ein Körnerkissen für meinen Rücken machen …
Posted by Marino on Mar 30, 2009 in
Gesellschaft
Ich habe mich neulich mit jemandem über Foren im Internet unterhalten. Im besonderen über die Kontaktaufnahme auf sogenannten ‘Singlebörsen’. Die Dame, mit der ich auch über die deutsche Sprache im allgemeinen philosophiert habe, gab mir ein paar Einblicke in die Erlebniswelt einer an der Ausdrucksfähigkeit der deutschen Männer Verzweifelnden. Ich erstarrte vor Entsetzen. Sollten Männer wirklich so viel Probleme haben, den ersten schriftlichen Kontakt zu einer potenziellen Partnerin herstellen zu können?
Diese bittere Aussage über die Herren der Schöpfung hierzulande, veranlasste mich bei anderer Gelegenheit mal meiner Phantasie freien Lauf zu lassen. Und das ist bei meinem Brägen ja schon das Streichholz zur Zündschnur. Es hielt mich jedoch niemand zurück. So ergoss ich mich also ob der hilf- und rücksichtslosen Geschlechtsgenossen, allerdings gleich mit eine Art Leitfaden für den ungeübten Legastheniker und Sozialverweigerer. Ich fasse das jetzt mal zusammen.
Stellen wir uns folgendes Szenario vor:
Frau meldet sich bei friendscout-neu-iLove-Single-unsoweiter.de an und denkt: “Ob ich hier wohl endlich einen guten Charakter in einem lieben, treuen Mann finden werde…?”
Szenenschnitt.
Mann sieht diese neuangemeldete Frau auf dem genannten Singleportal und denkt: “Frischfleisch!”
Auch das ungeübteste Auge erkennt hier sofort einen Unterschied zwischen den realistischen Erwartungen unserer Protagonisten. Während Frau den seit Teenagertagen gehegten Wunsch nach dem Ritter in schimmernder Rüstung nachhängt, beschränkt sich Mann auf die realitätsnahe Praxis dieser Singleportale. Zudem kommt diese Einstellung seinem Naturell entgegen, alles Weibliche poppen zu wollen was einen Puls hat.
Aber wer poppen will, muss freundlich sein. Das ist die eherne Regel jener Foren. Deshalb bewegt sich Mann nun im Anschluss direkt auf das unebene Terrain der verbalen Kommunikation. Natürlich würde er lieber mit bloßen Händen einen Säbelzahntiger erlegen. Dummerweise gibt es die aber bekanntlich seit mehreren Jahrtausenden nicht mehr, so muss er Frau mit geschliffener Kommunikation beeindrucken. Und schlägt schnell in seinem Poesiealbum der vierten Klasse nach. Überdenkt und überarbeitet sein gefühltes Sonett nochmal und tippt:
“Und? Auch hier?”
Beeindruckend, nicht? Liegt in diesen Worten nicht die ganze Strahlkraft eines Gedichts und die Vehemenz eines ersten gewagten Schrittes? Nein? Und ihr meint nicht, dass diese Worte jede Frau zum Schmelzen bringen? Also nicht. Na gut.
Nun, es wurde jedoch auch von Erfahrungen berichtet, die besagen, dass es schon reicht, orthografisch und grammatikalisch einwandfrei zu schreiben. Frauen sind da offenbar recht anspruchslos. Da sehen die Damen auch gern mal über inhaltliche Vakanzen hinweg.
So würde ich - und das gilt als Klassiker unter den ersten schriftlichen Kontaktaufnahmen auf Singlebörsen! - ein “ficken?” immer gegen ein “Ficken?” austauschen. Denn man sollte auch bei reduzierter Satzstellung das erste Wort groß schreiben. Wobei die Frage als solche doch sehr forsch und ungestüm ist, sozusagen voller infantiler Kühnheit. Also nicht unbedingt etwas für Jedermann.
Wenn der Mann im fortgeschrittenen Alter ein wenig wortgewandter erscheinen möchte, sollte ein “Boah, geile Titten, ey!” den Weg schon ebnen. Wobei ich anmerken möchte, dass gerade die eher umgangssprachlichen Aussagen wie “Boah” und “ey” die bodenständige Natur des Verfassers und Ehrlichkeit sowie Aufrichtigkeit vermitteln.
Will man den Mann von Welt in sich hervorheben, darf es ruhig ein Zweizeiler sein, der an die Frau als erste Kontaktaufnahme gerichtet werden sollte. Vielleicht verbunden mit einer Frage, die die Dame sicher zu einer Antwort verleiten wird. Z.B. ein “Du hast den prallsten Arsch, den ich hier bis jetzt gesehen habe, kannst du mir den nicht mal hinhalten?” ist Primärkonversation in Vollendung!
Mal ehrlich: Wie könnte eine Frau da widerstehen?
Ihr seht, einmal kurz nachgedacht und schon haben wir wieder ein feines Kapitel im Buch “Marino hilft bei Alltagsfragen” abgeschlossen. Für weiterführende Fragen bin ich jederzeit per Mail erreichbar, Sprechstunden nach Vereinbarung.