Posted by Marino on Dec 20, 2009 in
Allgemein
Kälte kann ich ja mal überhaupt gar nicht ab. Wer mich kennt weiß das. Und da suche ich mir natürlich ganz nach Murphy’s Gesetz ausgerechnet den kältesten Tag seit Menschengedenken dafür aus. Gestern waren es -17 Grad und meine Freundin und ich in der Stadt zum Einkaufs- und Weihnachtsbummel. Prima Timing.
Da ich vermutete, dass mein Autoscooter sich sowieso nicht dazu überreden lassen würde, den Weg von Neustadt nach Hannover anzutreten (”Los, spring an!” - “Carlini, bist du jeck?! Nicht bei dieser Kälte!!”), fuhren wir also mit der Bahn.
Natürlich in der überfüllten Bahn.
So nahmen wir kurzerhand zwei Kleinkinder auf den Schoß und zerstörten mit spielerischer Leichtigkeit innerhalb von 30 Minuten die in mühevoller Akribie vermittelte elterliche Erziehung der beiden. Ja, an so etwas haben wir halt Spaß.
Während die Einkäufe dank meiner umsichtigen Vorarbeit (*hüstel* OK, so habe ich es zumindest in Erinnerung
) in rekordverdächtiger Geschwindigkeit erledigt wurde, fiel der Bummel dann kurzerhand einfach mal aus. Die Kälte fraß sich nämlich durch die sechzehn Schichten aus Hosen, Unterhosen und Lammfell-Leggings (”Das trägt der Mann jetzt in Paris!”) sowie Hemden, Jacken und Mäntel. Ich behaupte immer noch steif und fest (dieser Ausdruck ist bewusst gewählt!), dass der Alterungsprozess meines Körpers gestern aussetzte. Alle meine Zellen waren definitiv tiefgefroren!
Den Tag des 19. Dezembers 2009 hänge ich also hinten dran.
Wir retteten uns schließlich mit letzter Kraft noch vor den Fernseher, in dem uns dann erklärt wurde, dass ein dressierter Hund das “Supertalent 2009″ wäre, und leider nicht Sänger Olli Römer, der es verdient gehabt hätte.
Ich konstatierte also nachts um 1 Uhr, dass die Kälte hierzulande offenkundig auch das Hirn der Deutschen schockgefrostet hat.
Scheiß Kälte!
Posted by Marino on Nov 11, 2009 in
Allgemein,
Sport
Ich kann es nicht. Ich kann mich einfach nicht in einen Menschen hineinversetzen, der sein Leben beenden möchte. Vielleicht habe ich wie die meisten irgendwo einen “Nothalt”, um eben nicht in die Gedankenwelt eines Suizidgefährdeten eintauchen zu können. Offensichtlich war der Psychologe von Robert Enke auch nicht dazu in der Lage.
Natürlich gebe ich dem Arzt keine Schuld am Selbstmord Robert Enkes. In seinem Abschiedsbrief gab unser Nationaltorhüter zu, ihn und sein näheres Umfeld in den vergangenen Tagen getäuscht zu haben. Da hat dann auch der beste Psychiater keine Chance.
Viele sprechen über den Egoismus eines Selbstmörders, der nicht nur sein eigenes Leben beendet, sondern leider auch das Leben seiner Angehörigen so stark und nachhaltig beeinträchtigt, dass Spätfolgen psychischer Art bei ihnen nicht unwahrscheinlich sind.
Man kann nur ahnen, was in Robert Enke vor sich ging. Doch ich zumindest bin nicht mal ansatzweise dazu in der Lage. Ich liebe das Leben und würde niemals einen Freitod wählen, wenn er mich nicht vor Schmerzen bewahren würde und ich sowieso nichts mehr an der Tatsache meines Ableben ändern könnte.
Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, keinen Ausweg mehr zu wissen und nicht mal mehr ein bisschen Spaß am Leben haben zu können. Und der Meinung zu sein, niemandem mehr etwas geben zu können. Sich nicht mehr im Stande zu sehen, sein Kind aufzuziehen und ihm das Rüstzeug für ein erfülltes Leben geben zu können. Für ein Leben, das man selbst nicht haben kann. Und letztlich so verzweifelt zu sein, angebotene Hilfe nicht annehmen zu wollen.
Robert Enke war leider genau so depressiv. Hinter seiner Ausstrahlung, hinter diesem sympathischen Menschen, der sich für andere eingesetzt hat, der mit seiner ruhigen und souveränen Art, die Mannschaft von Hannover 96 geführt hat, verbarg sich eine zerschundene Seele, die keinen Ausweg mehr für sich sah.
Wir werden ihn vermissen. Er war kein gebürtiger Hannoveraner, aber wir hatten “unseren Robert” mittlerweile zu einem gemacht. Er war unser Held, unser aller Lieblingsspieler. Er war die Größe in unserer Sportstadt, die uns mit geschwollener Brust alle anderen Mitläufer und Fußball-Gelegenheitsarbeiter der vergangenen Jahrzehnte vergessen ließ. Mit ihm hatten wir endlich einen Weltklassespieler. Das erste Mal in unserer Geschichte.
Wir 96er werden noch lange von seinem Ruhm zehren müssen, fürchte ich.
Ruhe in Frieden, Robert Enke. Ich hoffe, du hast ihn endlich gefunden.
*24.08.1977
+10.11.2009
Posted by Marino on Apr 27, 2009 in
Allgemein,
Ich
Man sagte mir ja schon, dass ich selbst schuld bin an meinem Elend. “Selbsterfüllende Prophezeiung” nennt sich das Phänomen. Wenn ich immer wieder behaupte, dass, unabhängig vom Anbieter, mein DSL-Anschluss sowieso immer ausfallen wird, dann passiert das dann auch. Richtig: Seit einer Woche bin ich wieder nur noch sporadisch im Netz.
Kabel Deutschland ist also spontan ein inniger Freund von mir geworden. Bei Arcor waren es nur stundenweise Ausfälle. Mal über Nacht und so. Alice war schon nerviger. Immer wieder kam und ging das Netz. Kabel Deutschland hingegen sorgt da für Ordnung - tagelang ging gar nichts! Am Freitag rappelte es sich dann wieder mal für 48 Stunden, um jetzt immer mal wieder, vornehmlich morgens ganz auszufallen. So warte ich also stetig, wann mir der Netzgott mal einen kurzen Slot für Mails oder schnelle Abfragen erteilt.
Was soll ich machen? Ja, genau das! Habe ich jetzt mal beschlossen.
Man hält mich zwar nun schon für merkwürdig, für einen Sonderling, wechselt die Straßenseite, wenn ich komme, aber trotzdem: Ich lasse mir jetzt eine zweite Leitung legen! Mein Favorit ist “1&1″. Na gut, so viel Alternativen bleiben mir ja auch nicht mehr. Es haben mich ja schon fast alle enttäuscht.
Da ich über Kabel im Netz bin, habe ich die Telefonleitung ja noch frei. Es muss eben jeder mal die Chance bei mir bekommen, mich zu frustrieren. Das werde ich mir jetzt mal ein halbes Jahr anschauen und dann entscheiden, welcher Anbieter mir dann ab 2010 dauerhaft das Netz temporär vorenthält. Ups…, ich habe es schon wieder getan.
Im Moment bin ich jedenfalls ziemlich angepisst, wegen dieser deutschen Kabel-Firma, die derzeit am besten keine Kundenumfrage bei mir durchführt…
Aber auf einem anderen Gebiet hatte ich diese Woche ein schönes Erlebnis. Nach fünf Jahren konnten wir von Sugarplumfairy endlich auf ein neues Equipment umsatteln. Nach 200 Gigs mit der alten Anlage, war mal eine neue fällig. Meine HK L.U.C.A.S. Performer ist genau die richtige PA für die Kneipen und kleinere Locations, die wir mit eigener Beschallung spielen. Feine Sache! Wir müssen zwar noch ein bisschen herumprobieren, um den Sound zu optimieren, aber der erste Gig am Samstag auf einer Privatfeier war schonmal sehr vielversprechend.
Dafür habe ich heute allerdings erfahren, das mein Autoscooter erst Mitte Mai kommt. Na gut, ist ja nicht so schrecklich dringend.
Ein weiteres schönes Erlebnis hatte ich am vergangenen Donnerstag, als ich meinen alten Freund Dittmar Bachmann auf dessen Vorstellung im “daunstairs” in Langenhagen besuchte. Ausverkauftes Haus und ich hatte nicht vorbestellt - super, Marino! So musste ich auf “No-Shows” warten, um dann doch noch den letzten Platz zu ergattern. Und wie es bei Dittmar so üblich ist, holte er mich dann völlig unvorbereitet zu einer Zugabe auf die Bühne. So kam ich dann (neben einer Version von “We will rock you”) zum ersten Mal in meinem Leben zu einer Liveaufführung von “Help!”. Überraschender Weise hatte ich den Text sogar drauf. Nun, ich habe den Song ja auch schätzungsweise schon 25.000 Mal gehört.
Ich höre die Beatles ja öfter mal…
Abgesehen von diesem Versuch, das Publikum zu vergraulen, war es übrigens eine beeindruckende weit über zwei Stunden dauernde Comedy-Show von Dittmar. Ich habe jedenfalls Tränen gelacht. Falls ihr also mal einen guten Stand-up-Comedian erleben wollt, der in seiner Show auch auf Spontaneität und Improvisationen setzt, dann notiert euch mal den Namen Dittmar Bachmann.
So, genug der Werbung, jetzt lege ich mich wieder hin. War noch was? Habt ihr noch irgendetwas zu sagen? Nein? Ihr müsst euch auch beeilen, ich habe nur zwischendurch mal ein bisschen Web-Zugang, bin doch ein Teilzeitnetzler … *seufz*
Posted by Marino on Mar 24, 2009 in
Allgemein
War ich mit dem Service des Autohauses meiner Wahl noch sehr zufrieden, habe ich heute Mittag wieder eine Stilblüte von falsch verstandener Gesetzestreue erlebt. Denn ich war heute im Technikfachmarkt meines Vertrauens und erstand eine DVD.
Soweit ja alles ganz normal, aber an der Kasse erlebte ich dann das, was ich immer in meiner eigenen Firma das “Hierarchische Stille Post”-Spiel nenne. Und das geht folgendermaßen: Im Vorstand wird etwas beschlossen und an das mittlere Management weiter gegeben. Diese nehmen die Anweisungen entgegen, modifizieren nach eigenem Ermessen und geben das an die nächstniedrigere Firmeninstanz weiter. Diese - in vorauseilendem Gehorsam oder als eigenen Existenznachweis -, schlagen noch ein paar weitere Modifikationen drauf (man ahnt schon, dass die Spielräume oder Interpretationen der Anweisungen dadurch immer begrenzter werden) und verkünden dann im Namen des Volkes des Vorstands neue Richtlinien und Spielregeln.
Ich wundere mich dann immer als Betriebsrat, der mit dem Vorstand darüber verhandelt hat, wie sich die ausgehandelten Regelungen auf ihrem Weg durch die Hierarchien so verändern können, um es mal vorsichtig auszudrücken.
Und exakt so etwas ähnliches habe ich heute an der Kasse erlebt. Es ging ja durch alle Medien, dass Kriegs- und Ballerspiele, Alkohol sowieso und andere jugendgefährdenden Was-auch-immer nun bloß nicht mehr an Kinder abgegeben werden dürfen. Herr Saturn, immer schon Vorreiter in Sachen Propaganda, erließ nun eine Anweisung an seine Kassierer (die offensichtlich durch viele weitere Hände ging), das Alter der Kunden aber sowas von genau zu überprüfen. Koste es was es wolle.
In dem Fall kostete es besagten Technikmarkt die Seriosität. Zumindest in meinen Augen.
Denn, als ich die DVD an die Kasse legte, verlangte die arme Frau an der Kasse doch tatsächlich - meinen Ausweis!! Auf meine Rückfrage, ob das ihr Ernst sei, tat sie mir in ihrer Unsicherheit schon wieder leid.
Nun schätzen mich ja viele Leute auf Ende 20 (*räusper*), aber ich bin - und das habe ich ihr dann auch an Hand meines Führerscheines beweisen können - doch schon Anfang 30. So grob.
Sie zeigte entschuldigend auf ein Schild an der Kasse, auf dem diese Maßnahme angekündigt wird. Also die Überprüfung der behördlichen Versicherung, dass ich das 16. bzw. 18. Jahr in meinem Leben schon überschritten habe. Das nenne ich doch mal deutsche Gründlichkeit! Das war dann auch mein scherzhafter Kommentar, den die bemitleidenswerte Kassiererin jedoch sicher nicht so witzig fand. Fazit jedoch: Knapp am Ziel vorbei, würde ich da mal sagen. Gut gemeint, kann manchmal so richtig daneben sein.
Na gut, ich gebe zu, dass ich aber auch eine so ordnungszersetzende DVD erstanden habe, dass ich mich im Nachhinein noch wundere, dass ich ohne explizite Leibesvisitation und vorsorgliche Stuhlprobe überhaupt den Laden verlassen durfte - es war nämlich die zweite Staffel von “Boston Legal” … *augenroll* *seufz*
Posted by Marino on Feb 1, 2009 in
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Die virtuelle Welt wird unterschätzt. Früher, in den Anfängen des Internets, war es ganz aufregend, mit Leuten in Kontakt zu treten, die im Bundesgebiet verstreut wohnten. Diese Netz-Gemeinschaften waren eine neue Form des täglichen Miteinanders. Eine Parallelwelt, die interessanter schien als die alltäglichen, in der man lebte.
Menschen, die ihre Hobbies und Passionen miteinander teilten kamen sich näher, als mit dem Nachbar nebenan oder den Kollegen auf der Arbeit. Jetzt konnten sogar Partner speziell nach den individuellen Vorlieben ausgesucht werden. Die Welt wurde ein Dorf.
Auf Grund des Überangebots hielten diese Internetpartnerschaften zwar nicht lange - oft wegen der räumlichen Entfernung - aber mitunter fanden sich zwei, die sich im normalen Leben vielleicht nie begegnet werden. Und genau einer solchen Verbindung durfte ich gestern bei ihrer öffentlichen Manifestation beiwohnen. Sprich: Es wurde Hochzeit gefeiert.
Ich war tatsächlich ganz persönlich auch nicht ganz unbeteiligt an dieser Partnerschaft, die jetzt schon seit mehr als sechs Jahren hält. Denn ich war es, der den männlichen Teil zur Internet-Singlebörse gebracht und angemeldet hat. Die eingestellten Fotos habe ich auch auf meiner damaligen Terrasse von ihm geschossen. Ja, nennt mich Heiratsvermittler oder Verkuppler.
Und es war sehr schön gestern im Marriot Courtyard am hannoverschen Maschsee. Ich habe mir sogar extra für diesen Anlass einen neuen Anzug gegönnt. Vielleicht werde ich den Fotobeweis hier noch antreten. Ach nein, das schadet sicher meinem Ruf - ich suche lieber wieder ein paar Horrorfotos von mir heraus mit langen Haaren und kurzem Verstand. Das ist einfach lustiger…
Ach und: Weiterhin viel Glück euch beiden!
Posted by Marino on Jan 20, 2009 in
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Ich müsste mich eigentlich mit der Hessen-Wahl beschäftigen. Macht aber im Moment keinen Spaß. Nicht, weil die Gelben in Hessen gestern 16 Prozent bekommen haben, sondern weil anderes mein Bewusstsein besetzt.
Und wenn es einem sowieso nicht besonders geht, dann kommen die kleinen Aufgaben nervenderweise hinzu, die halt erledigt werden müssen. Besonders wenn man schon wieder umzieht. Denn eine Wohnung habe ich nun gefunden. Nur ein paar hundert Meter von meinem Geburtsort in Langenhagen entfernt. “Comin’ home”.
Heute habe ich mich erstmal um Telefon und DSL gekümmert. Das steht ja immer ganz oben auf der To-Do-Liste bei mir. Nachdem mich Alice hier in Garbsen sowas von enttäuscht hat und nur, sagen wir mal sporadisch ihren Dienst verrichtet (DSL fällt ganz oft immer wieder für Minuten aus), wollte ich zurück zur Telekom.
Widerwillig zwar, aber Zuverlässigkeit hat bei mir Priorität. Allerdings hatte ich nicht mit der Sympathie und Begeisterung der T-Mitarbeiter gerechnet. Nun war ich schon fast soweit, dass ich mir für sündhaft teure 65 EUR einen V-DSL-Anschluss mit 50 Mbit-Leitung legen lassen wollte. Aber mein gegenüber war sowas von desinteressiert, dass ich mir vorkam wie auf einer Behörden-Bittstelle. Ich frage mich, wer solche Leute einstellt und dann tatenlos zusieht, wie diese dann das Geschäft ruinieren. Ich schwöre, hätte mich die Kollegin bedient - die allerdings schon einen Kunden hatte und offenbar sehr nett war - wäre ich jetzt ein Telekom-Kunde.
Doch so kam es heute wie es kommen musste. Ich entschied mich für überhaupt keinen Telefonanbieter Die haben mich schließlich alle enttäuscht und verdienen meine monatliche Überweisung einfach nicht. Punkt. Ich habe jetzt bei Kabel Deutschland unterschrieben. Eine 32 Mbit-Leitung für sage und schreibe ein Drittel der Telekom-Kosten - 22,90 EUR!
Was will man mehr? Jetzt bin ich gespannt, ob die es besser machen als Telekom, Arcor und Alice. Na ja, ein paar Alternativen gibt es ja noch.
Aber der Westerwelle mit seiner Siegervisage geht mir doch auf die Eier! >:-(
Posted by Marino on Jan 11, 2009 in
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Das war sie nun, die erste Arbeitswoche. Irgendwie war man ja gar nicht richtig draußen aus dem täglichen Trott. Weihnachten, Silvester und schon sitzt man wieder im Büro. Trotzdem hatte man Zeit genug, sich über Gott und die Welt Gedanken zu machen.
Besonders über Ersteres. Die Weihnachtsbotschaften waren ja mal wieder eindeutig. Einer habe ich mich ja in der vergangenen Woche schon angenommen. In eine ganz andere Richtung geht eine weitere. Die der Engländer. Seit dieser Woche fahren nämlich Busse in ganz Großbritannien durch die Gegend, die eine atheistische Botschaft in großen Lettern auf der Karosserie tragen (übersetzt): “Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Jetzt mache dir keine Sorgen und genieße dein Leben.“
Haha. Der könnte ja von mir sein. Häärlich! Eigentlich wollten die Organisatoren nur etwa 30 Busse mit diesem Slogan beschriften lassen, doch es kamen so viel Spendengelder rein, dass es dann doch 800 wurden. 200 Fahrzeuge davon allein in London. Die Journalistin Ariane Sherine wollte mit ihrer Initiative nur einen Gegenpol zu den christlichen Sprüchen schaffen. Das ist ihr doch mal gelungen.
Der eigentlich Witz ist aber, dass sich ganz England nicht über die blasphemischen Äußerungen mockiert, sondern sich nur an der Aussage “wahrscheinlich” aufreibt. Christen meinen nämlich, dass die Macher wohl nicht ganz überzeugt von ihrem Produkt wären, wenn es nur “wahrscheinlich” so wäre. Na ja, was bleibt den Theologen auch sonst übrig, rein inhaltlich können sie uns ja wohl kaum das Gegenteil beweisen…
Italien und Spanien überlegen jetzt auch, ob sie diese Werbekampagne für sich übernehmen. In den USA gibt es sie schon.
Ich sage ja, das Leben ist viel zu bizarr und Interessant, als dass man sich aufs Jenseits freuen sollte. Darum meine ich salomonisch (wenn’s bei den Christen nun mal partout nicht ohne Sorgen funktioniert
): “Genieße dein Leben heute und sorge dich halt einfach später im Jenseits…!”
Posted by Marino on Dec 27, 2008 in
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Weihnachten ist vorbei, es ist also Ende Dezember und wie jedes Jahr wollen wir mal schauen, was in der großen weiten Welt alles so passiert ist und was uns aufgefallen, um nicht zu sagen missfallen hat. Na ja, ein paar positive Punkte waren bestimmt auch dabei. Wollen wir mal sehen…
Der größte Aufreger war ja die Finanzkrise. Also die herbeigeredete. Irgendwie mussten sich die Statistiker und die Hochrechnungsbranche mal wieder zu Wort melden - “…größte Wirtschaftskrise seit 1442…”, “…wahrscheinlich 8 Milliarden Arbeitslose…”, “…wir werden alle sterben…”, etc. etc. - na, und die Zeitungen hatten dann auch etwas zu schreiben.
Schön, das sich der Verbraucher davon nicht täuschen ließ zur Weihnachtszeit, und kräftig Geschenke gekauft hat.
Natürlich hat eine solche Massenpanik tatsächlich negative Auswirkungen. In wie weit sie uns 2009 allerdings treffen wird, müssen wir abwarten. Ich bin aber optimistisch, dass jede kleine Delle, die apokalyptischen Prognosen der Wirtschaftsfunktionäre bestätigen wird. Zumindest verbal. Sie müssen ja recht behalten. Irgendwie. Was gehen die mir alle auf die Nerven, diese Finanzmenschen und die Wirtschaftsprognostiker. Aber was können die dafür, dass sie in der Schule nicht aufgepasst haben und nichts Anständiges gelernt haben.
Von der Wirtschaft zur Politik. Fr. Ypsilanti hat sich doch da eine Ehrenmedaille verdient. Sie trug maßgeblich zur Unterhaltung in den Medien bei. Wieder jemand, der einfach nicht verstanden hat, wie die Welt funktioniert. Mit dem Kopf durch die Wand geht zu 99,999 Prozent immer zu Lasten des Schädels. Es ist eben etwas anderes, als kleine Andrea mit dem Füßen auf den Boden zu trampeln und seinen Eltern zuzurufen “Ich will aber!” oder als SPD-Verantwortliche einen derartigen Schwachsinn zu veranstalten.
Dem Friedbert Pflüger - hannoverscher Exportschlager in Sachen CDU Berlin - ging es da ähnlich. An der Partei kann es also nicht liegen…
Allerdings hat Barack Obama dagegen alles richtig gemacht. Mit dem Slogan “Yes, we can!” hat er Amerika erobert. Jetzt schauen wir mal ab 20. Januar 2009, was er denn so alles kann. Ist ja mehr so eine Art Überraschungsei, der Herr Obama. Aber ein Vorbild für den deutschen Wahlkampf im kommenden Jahr kann er durchaus sein. Ich erwarte jetzt Wahlkampfposter mit den Titeln “Diesmal FDP!” (gab es tatsächlich schon!), “CDU - wir machen das!”, “Du bist die SPD!” und auch schön: “Links wird überholt!” Wobei mir die letztgenannten zwei schon wieder zu viel wirkliche Botschaft enthalten.
Seht ihr, ist gar nicht so einfach, Politiker zu sein und nichts aussagen zu können.
Sport. Wer wurde eigentlich deutscher Fußballmeister? Hoffenheim? Nein, die sind ja nur Herbstmeister. Die Bayern, oder? Nein, Stuttgart! Quatsch, das war im vergangenen Jahr. Also doch die Bayern. Ach, Erfolg ist eben so vergänglich. Na ja, zumindest wurden die Spanier Europameister. Einen solchen Erfolg konnten sie ja schon seit mehr als 40 Jahren nicht feiern. Gönnen wir es ihnen. War halt mal eine Abwechslung. Das kommt bei Europameisterschaften ja eigentlich öfter vor. Bloß Weltmeister werden immer die Selben. Wer ist eigentlich derzeit amtierender Weltmeister??
*kicher*
Kommen wir zur Kultur, zur Gesellschaft und zu den Celebrities. Letzteres Wort hat in vergangener Zeit den Begriff “berühmte Persönlichkeiten” abgelöst. Es lässt sich halt leichter sprechen und schreiben….
- kleiner Spaß am Rande.
Unvergessen war da die Rede Marcel Reich-Ranickis, als er den Deutschen Fernsehpreis entgegen nehmen sollte. “Blödsinnig” und “schlimm” wäre das Fernsehen. “Jawohl”, pflichteten ihm ganze Heerscharen von Menschen aller Art bei. “Quatsch!”, sage ich dagegen! Wir bekommen das Fernsehen, das wir haben wollen!
Diese ganzen Verblödungs-Endlosserien, dieser witzlose Humor, diese reißerischen Soapdokus sind alles von uns eingeschaltete Sendungen! Das Fernsehen wird durch Quoten gesteuert, und genau das sind die Beiträge, die sich behaupten können. Wir haben also kein schlechtes Fernsehprogramm, sondern nur dämliche Menschen vor den Geräten. Das ist aber auch nichts Neues, das behaupte ich ja schon länger, hier in meinem Blog. Wir sind mehrheitlich eben alle dumm. Müssen wir uns mit abfinden. So wie folgerichtig eben auch mit dem Fernsehprogramm.
Es wird übrigens auch 2009 nicht besser, da gehe ich jede Wette ein.
So war das Jahr 2008 im Großen und Ganzen. Ihr dürft in den Kommentaren gern noch das ein oder andere hinzufügen. Aber es ist ja alles mehr oder weniger bekannt. Die Fernsehsender werden da sicher auch noch einiges zu zu sagen haben. Wichtig ist ja auch nur der eigene, persönliche Rückblick - und der kommt von mir ja schließlich auch noch.